Der Stratos ist ein verdammt verrücktes Auto. Die Karosserieform ansich, der urkurze Radstand (2,18 Meter), die kaum zu öffnenden Fenster und das weit in die Mitte geschobene Lenkrad. Man kann die Jungs aus Turin nur beneiden um das, was sie mit dem Lancia Stratos auf vier Räder gestellt haben. Langfristig genutzt hat er der Marke aber kaum, denn heute steht Lancia auf dem Abstellgleis von Chrysler.

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Damals, in den Siebzigern, brach dagegen erst die Blütezeit an: 1972 errang die Fulvia den ersten Meistertitel der Rallye-WM, kurz zuvor hatten die Italiener den radikalen Stratos HF vorgestellt. Ausgerüstet mit dem 2,4-Liter-Sechszylinder aus dem Ferrari „Dino“ 246GT quer hinter der Fahrerkanzel waren mit der flachen Flunder schon damals respektable Werte möglich. Der HF Stradale sollte die Zulassung zur Gruppe 4 der FIA ermöglichen – von 1974 bis 1976 fuhr der Stratos in der Rallyeversion auf Platz 1 der Meisterschaft.

Dieser knallgrüne (verde pistacchio) Stradale stammt aus dem Jahr 1974. Ursprünglich war auch er für Rallyeeinsätze erdacht, doch aus heute nicht mehr zu rekonstruierenden Gründen verzichtete die Lancia S.p.A. darauf. Stattdessen verließ er das Werk zu einer Lancia Vertretung in Norditalien und verblieb dort bis Mitte der Neunziger Jahre. Sein jetziger Besitzer kaufte ihn im unberührten Originalzustand, beließ dem Stratos seine Patina und fuhr ihn auf ein paar sportlichen Events. Nun soll er in der Villa Erba am 23. Mai versteigert werden. Das Estimate liegt zwischen 350.000 und 450.000 Euro.

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Quelle: rmauctions.com