Wir sind uns ja noch nicht ganz sicher, ob das nicht Blasphemie ist. Vielleicht sind sich die Jungs von Kreisel Electric da auch noch nicht ganz sicher und wollen mal testen, wie die Reaktionen auf einen Elektro-Sportwagen im Kleid eines historischen Rennwagens ausfallen. In jedem Falle scheint ein solches Projekt interessant, auch wenn die Idee nicht vollkommen neu ist, die neuartig wirkenden Elektroantriebe in eine alte Karosse zu pflanzen.

Doch im Falle des Kreisel EVEX 910e lohnt es sich, einen genaueren Blick auf das Konzept zu werfen, das dieser Tage auf der Techno Classica in Essen (noch bis zum 9. April) vorgestellt wird. Zunächst zur Geschichte und zur Namensgebung: der Porsche 910 war ein in lediglich 35 Exemplaren von der Porsche KG gebauter Rennwagen ohne Straßenzulassung. Er basierte auf dem sehr erfolgreichen Porsche 906 und war Ende der Sechziger Jahre in diversen Markenpokalen und Bergrennen siegreich unterwegs. Keine zehn Jahre nach dem Ende der Bauzeit begann der bis dato wenig bekannte Fahrzeughersteller EVEX mit dem Nachbau der seltenen Mittelmotorwagen und vermarktete diesen als EVEX Porsche 910 – lediglich vier Exemplare entstanden.

Dieses Know-how haben nun die Kreisel-Brüder aus Oberösterreich genutzt, um ihren ersten kaufbaren Elektro-Sportwagen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Schon zuvor erreichte die Firma gewisse Aufmerksamkeit mit dem Umbau einer Mercedes G-Klasse sowie der Elektrifizierung weiterer PKW und LKW, bis hin zu elektrisch fahrenden Schiffen. Unter der Mittelmotorhaube des EVEX 910 sitzt nun kein Verbrennungsmotor mehr, sondern ein Elektroantrieb mit einer Leistung von 490 PS und einem Drehmoment von 770 Newtonmetern. Das Lithium-Ionen-Akkupaket sitzt ebenfalls im Heck des Fahrzeugs und hat eine Kapazität von 53 Kilowattstunden, was einer realistischen Reichweite von 350 Kilometern entsprechen soll. Dank einem selbst entwickelten Zweigang-Getriebe soll die Beschleunigung auf 100 Km/h in lediglich 2,5 Sekunden gelingen. Inklusive Batterie wiegt der Kreisel EVEX 910e lediglich 1.100 Kilogramm.

Und? Ist das jetzt Blasphemie? Nein, finden wir nicht. Denn es bleibt trotz der historischen Verflechtung ein neues Fahrzeug mit beeindruckenden Fahrwerten und einer tollen Optik. So, wie man sich ein Elektroauto doch wünscht. Doch der Preis für dieses Paket ist nicht heiß: Eine Million Euro wollen die Österreicher für ihren Sportwagen haben.

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