Klassische Porsche 911 umzubauen oder auch nur zu „modifizieren“, gilt mittlerweile als verpönt. Originalität ist Trumpf, der Elfer muss bleiben, wie er ist, Nachbauten gar sind ein Frevel unter den echten Fans, für die auch der letzte 911 immer der beste sein wird, bis – ja, bis ein neuer vorgestellt wird. Bei den Umbauten von dp motorsport hingegen mag das ein wenig anders aussehen, vielleicht liegt es daran, dass Chef Ekkehard Zimmermann bereits seit schlanken 43 Jahren im Geschäft ist und im Laufe seiner Dienstzeit doch so einige Kracher auf die Straße gestellt hat. Nicht zu vergessen sein Durchbruch in der Szene mit dem gemeinsam mit Kremer umgebauten Porsche 935-K3: 1979 errang dieser Wagen den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und die Nachfrage nach Umbauten im 935-Stil war seitdem kaum zu stillen.

Nun, fast vierzig Jahre später, steckt Zimmermann noch einmal seine gesammelten Erfahrungen in einen Elfer. Die Basis bildet ein Modell aus der G-Serie (1973 bis 1989), das Vorbild ein 911 RS 3.0, an dem es jedoch offenbar – schaut man sich das Endergebnis an – eine ganze Reihe an Verbesserungen zu tätigen gab. Heraus kam der 911 RS 3.5 Red Evolution. Wobei man auch einfach „Revolution“ sagen könnte. Denn alleine die indischrot lackierte Karosserie wirkt wie ein RS 3.0 auf Anabolika: weit ausgestellte Radläufe vorn wie hinten geben dem Elfer eine mehr als bullige Optik, die typische Regenrinne am Dach wurde entfernt, die Scheiben bestehen aus Plexiglas. Sämtliche Teile der sogenannten „dp11 Red Evolution-Karosserie“ wurden bei dp motorsport in Carbon oder GFK gefertigt.

Doch auch darunter tat sich selbstredend einiges: Das Interieur ist bis auf Armaturenbrett (aus Carbon) und Teile des Mitteltunnels weitgehend „nackt“, wurde auslackiert und lediglich mit einem sehr leichten Veloursteppich im Stile des 964 RS bespannt. Die sogenannten „Lollipop-Sitze“ fügen sich in die verschweißte Sicherheitszelle samt Vierpunkt-Schroth-Gurten perfekt ein und dürften für mehr als akzeptablen Seitenhalt sorgen. Dank diesen Modifikationen, einer leichten Rennsport-Batterie sowie eines extra angefertigten und erleichterten Kabelbaums bis hin zum neuen Carbon-Tank mit 80 Litern Fassungsvermögen wiegt der umgebaute Elfer 940 Kilogramm – zur Erinnerung: der Serien-RS 3.0 brachte in seiner Straßenausführung knapp 100 Kilogramm mehr auf die Waage.

Damit hätte der Sechszylinder-Boxer bereits im Serientrimm leichtes Spiel und doch bekam er bei dp eine mittelschwere Leistungskur verpasst: aus drei wurden 3,5 Liter Hubraum, eine mechanische Einspritzanlage nebst Einzeldrosselklappen, Doppelzündung und RSR-Nockenwellen sorgen für geschmeidige 365 PS. Übertragen wird die Leistung per optimiertem 915er-Getriebe mit Sperrdifferential, Stahlsynchronringen und Ölkühlung an die Hinterachse mit Michelin-Semislicks in der außergewöhnlichen Größe 335/35-15. Für ein entsprechend sportliches Fahrverhalten dürfte ein H&R-Gewindefahrwerk sorgen, für standesgemäße Bremsleistung die Scheiben und Beläge vom 911 3.3 turbo. Oh ja, so lassen auch wir uns den Umbau eines klassischen Elfers gefallen.

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