Kultstatus hin oder her: einige Porsche 911 Modelle erreichen derzeit Preissphären, die selbst den Zuffenhausener Sportwagenhersteller ärgern. So gab zuletzt Andreas Preuninger, Chef der Abteilung Motorsport und GT-Straßenfahrzeuge, in einem Interview bekannt, dass man Stückzahlen nicht begrenze, damit die Autos im Wert steigen. Überdies sieht er es nicht gerne wenn Kunden einen Porsche kaufen, um einzig und alleine dadurch noch mehr Geld zu generieren. So viel von offizieller Seite. Die Realität sieht so aus, dass erst vor kurzem ein Porsche 964 Carrera RSR für gut 2.000.000 Euro versteigert wurde. Warum? Weil er noch mit der Werksversiegelung eingesaut war und bisher nur wenige Kilometer gelaufen hat. Straßen oder gar Rennstrecken wird dieser Neunelfer wohl nie sehen.

Da erscheint uns dieses Angebot eines amerikanischen McLaren Händlers doch irgendwie sympathischer. Zwar sind 300.000 USD immer noch kein Schnäppchen, das Gebotene entschädigt aber für vieles. Vor allem aber dafür, dass es sich bei dem Umbau um einen der eher ungeliebten Elfer der Baureihe 996 handelt. Er wurde verschmäht, verspottet und nicht für voll genommen. Der erste Porsche 911 mit einem wassergekühlten Boxermotor war Ende der 1990er ein Bruch mit vielem, was man bisher bei einem Neunelfer kannte und schätzte. Seine spiegeleierförmigen Scheinwerfer wurden oft mit jenen des günstigen Boxsters gleichgesetzt – und generell wirkte der damals neue Elfer nicht wie aus dem Vollen geschnitzt. Dass er in der Fangemeinde weiterhin nicht richtig angenommen wird, zeigen auch die aufgerufenen Gebrauchtwagenpreise. Einen 911 996 Turbo kann man für knapp 70.000 Euro finden; für einen 911 993 Turbo hingegen muss man mehr als das Doppelte investieren.

Je nachdem, welcher Quelle man glauben darf, leistet dieser GT2 Umbau zwischen 840 und 1.160 PS – abhängig auch davon ob normales Benzin, oder E85 getankt wird. Sein Besitzer hat über Jahre hinweg keine Kosten und Mühen gescheut, um diesen straßenzugelassenen RSR Umbau Wirklichkeit werden zu lassen. Keine Schraube blieb unberührt, kein Karosserieteil unverändert. Das sequentielle Getriebe stammt vom deutschen Spezialisten Cartronics, das Fahrwerk wurde von Eisenlohr Racing aufgebaut. Alle am Fahrzeug vorgenommenen Karosserieveränderungen sind mit Teilen aus Carbon und Kevlar umgesetzt worden. Maßgeblich beteiligt am Umbau waren die Porsche Spezialisten von 911 Design in Kalifornien. Geschätzter Umbaupreis: 700.000 USD!

Eine komplette Umbaustory mit weiteren Hintergrundinfos findet Ihr hier.

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