Offenbar ist bei den Herstellern auch endlich der Hochsommer ausgebrochen. Denn anders ist es kaum zu erklären, dass kurz nach der Sichtung des noch getarnten offenen Lamborghini Huracán Performante und der Vorstellung des lange erwarteten Audi R8 Spyder V10 plus nun auch McLaren ein neues, nach oben offenes Modell präsentiert. Die Briten erweitern mit dem McLaren 570S Spider ihr Cabrio-Portfolio, bisher bestehend aus 650S und 675LT Spider, nach unten. Es ist außerdem die dritte Variante der 570-Serie neben dem Coupé und dem sportlicheren GT.

Wie bei den größeren und stärkeren Modellen auch vertraut man in Woking auf ein zweiteiliges Hardtop aus Verbundwerkstoff, das auf Knopfdruck elektrisch hinter die Fahrerkanzel fährt. Der Tanz der Paneele mit der Verdeckkastenabdeckung soll in 15 Sekunden abgeschlossen sein und kann bis zu einer Geschwindigkeit von 40 Km/h vollführt werden. Geschlossen wirkt der 570S Spider daher in seiner Seitenansicht wie ein Coupé. Offen zeigt sich jedoch: die McLaren mit dem Beinamen Spider waren doch bisher stets die schönsten.

Und da die Briten generell keine Kompromisse machen, muss man solche auch beim Kauf des derzeit günstigsten offenen McLaren nicht erwarten. Im Gegenteil: dank der ohnehin schon sehr steifen Konstruktion des Carbon-Monocoques vom Coupé wiegt der Spider lediglich 46 Kilogramm mehr als die geschlossene Variante. Der Heckspoiler wurde um 12 Millimeter vergrößert, um die veränderte Karosserieform über dem Mittelmotor auszugleichen. Der V8-Biturbo mit 3,8 Litern Hubraum leistet wie gehabt 570 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment. Die Power wird über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausschließlich an die Hinterräder geleitet. Von 0 auf 100 Km/h beschleunigt der Spider genauso schnell wie das Coupé: 3,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt – abermals wie die des Coupés – 328 Km/h. Nur mit geöffnetem Dach muss man auf die letzten 13 Stundenkilometer verzichten – allzu sehr schmerzen dürfte das jedoch nicht.

Wer sich für den offenen McLaren entscheiden kann, dürfte bei der Farbauswahl einmal mehr die Qual haben: Zusätzlich zu den bislang erhältlichen 17 Außenfarben gesellen sich nun noch Curacao Blue, Vega Blue und Sicilian Yellow. Dach und Heckspoiler können außerdem andersfarbig lackiert werden. Optional sind extra für den Spider entworfene 10-Speichen-Felgen in 19 (Vorderachse) und 20 Zoll (Hinterachse) erhältlich. Bestellt werden kann ab sofort zum Preis von mindestens 208.975 Euro. Die offizielle Vorstellung erfolgt auf dem Goodwood Festival of Speed am 29. Juli dieses Jahres, erste Auslieferungen erwartet McLaren noch im August.

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