Sie galt als extremste Rallye-Serie von allen – die Gruppe B. Von 1982 bis 1986 setzten vor allem Audi, Lancia, Ford, Peugeot und Austin alles daran, den Rallye-Weltmeistertitel in die jeweiligen Werkshallen zu holen. Dafür nutzten die Hersteller allradgetriebene und mehrere hundert PS starke Fahrzeuge, deren Leistung nur durch die besten Rallyepiloten beherrschbar war. Um von der FIA für die Gruppe B zugelassen zu werden, mussten zur Homologation mindestens 200 straßentaugliche Fahrzeuge gebaut werden. Ausgenommen davon waren nur „Evolutions-Weiterentwicklungen“, die nur 20 Fahrzeuge erforderten. Dieser Vorgabe ist es zu verdanken, dass wir auch heute noch – das nötige Kleingeld vorausgesetzt – den wahnwitzigen Rallye-Sport der 1980er Jahre hautnah erfahren dürfen. Einige besonders gute Exemplare werden im August bei Bonhams versteigert:

1985 Audi Sport Quattro

Der „Kurze“ ist eine wahre Legende. Dieser Audi trägt maßgeblich zum Erinnerungsbild an die Gruppe B bei. Allrad, 5-Zylinder-Turbomotor, 300 PS und ein Schaltgetriebe lassen gestandene Männer zu Kindern werden. Es wird spekuliert, dass Audi mehr als die 200 nötigen Fahrzeuge gebaut hat. Es scheint aber, dass nur 164 Stück je verkauft wurden – zumindest offiziell. Zusammengesetzt wurde der Sport Quattro beim Karosserieexperten Baur. Eine Unterschrift von Walter Röhrl höchst selbst ziert das Lenkrad.

1985 Peugeot 205 Turbo 16

Dieser – quasi – Neuwagen hat nur 1.200 Kilometer auf der Uhr und hat mit einem normalen 205er Peugeot nicht mehr viel gemein. Mittelmotor, 200 PS und eine Breitbaukarosse signalisieren: hier wird Sport betrieben. Der kleine Peugeot war einer der radikalsten Gruppe-B-Umbauten im Vergleich zur damaligen Serie.

1986 Ford RS200 Evolution

Vergesst den Focus RS. Dieser RS200 Evolution ist der wahre Camp unter den Ford-Sportwagen. Wie der Peugeot 205 mit einem Mittelmotor ausgerüstet, leistet der von Cosworth überarbeitetr 2,1-Liter-Vierzylinder, je nach Ausbaustufe, gewaltige 600 PS. Damit aber nicht genug, soll der Motor darüber hinaus noch für einige Pferde gut sein. Dieses Modell ist seit 1989 in einer Hand.

1985 Lancia Delta S4 Stradale

Ein außergewöhnliches Automobil; nicht nur für die 1980er Jahre. Kompressor- und turbogeladen leistete die Rallye-Version des Stradale 480 PS. Bei der Entwicklung halfen die Experten von Abarth. Die Serienversion des Delta S4 Stradale leistet „nur“ 250 PS. Turbolader und Kompressor wurden kleiner dimensioniert – die Wassereinspritzung entfernt. Dafür ist der Innenraum mit edlem – und farblich auffallendem – roten Leder bezogen.

1983 Lancia-Abarth 037 Stradale

Kevlar und Fieberglas formten diesen, nur rund 1.100 Kilo schweren Wagen, der das Herz aller Lancia-Fans höher schlagen lässt. Von Abarth überarbeitet leistet dieser Mittelmotor-Sportwagen 205 PS. Als Aggregat dient ein 2,0-Liter großer Vierzylinder der seine Leistung an die Hinterräder leitet. Gerade einmal 9.400 Kilometer hat der Lancia-Abarth 037 Stradale bisher abgespult.

Weiterhin in der Bonhams Auktion am 18. August verfügbar ist ein Lancia Stratos HF Stadale und ein Ford RS200 – ohne Evolution Zusatz. Bonhams versteigert die Rallye-Legenden auf dem Gelände der Quail Lodge im sonnigen Kalifornien. Wir sind gespannt auf die erzielten Erlöse und halten euch selbstredend auf dem Laufenden.

Quelle: Bonhams