Mercedes-Benz hat auf seinem Messestand in Genf heute ein Modell vorgestellt, auf das viele schon hingefiebert haben. Und nein, es ist kein SUV und kein Lifestyle-Pickup, sondern einbrandneues Geschoss aus Affalterbach: es hört auf den – zugegeben etwas gestelzt wirkenden – Namen Mercedes-AMG GT 4-Türer Coupé.

Gestelzt wirkt das Ganze vor allem auf Deutsch und weil es ein viertüriges Coupé streng per definitionem gar nicht geben kann. Aber viertürige Coupés haben seit dem CLS der ersten Generation schließlich bei Mercedes-Benz ein Stein im Brett. Das neue AMG GT 4-Türer Coupé ähnelt diesem sogar, wenngleich die Eigenentwicklung von AMG selbstredend nichts mit dem ebenfalls erst kürzlich vorgestellten neuen CLS zu tun haben möchte. Natürlich kommt er maskuliner, stämmiger, insgesamt auch noch eine deutliche Ecke sportlicher daher, während der CLS immer noch mehr ins gediegene Luxussegment schielt. Proportionen, die Linienführung mit vielen kleinen Fenstern und nicht zuletzt die Ausrichtung als Vier- respektive Fünfsitzer lassen eine klare Abgrenzung allerdings etwas vermissen. Dafür wird der GT über eine praktische große Heckklappe verfügen, wie wir sie bereits aus Kia Stinger oder Audi A7 kennen.

Und auch im Innenraum erwartet uns gewohntes Mercedes-Benz-Ambiente – erst ab den vier Lüftungsdüsen abwärts gibt’s vom GT tatsächlich etwas neues zu berichten. Jeweils vier Schaltflächen, die aus kleinen Displays bestehen, regeln links und rechts vom herkömmlichen Wählhebel alle möglichen AMG-spezifischen Einstellungsmöglichkeiten – von Fahrwerk- über Getriebelogik, Abgasanlage, Heckflügel und ESP bis hin zur Lautstärke des Radios per Wippschalter.

Daimler peilt mit dem AMG GT 4-Türer Coupé als Kunden vor allem den Familienvater an, der auch im Alltag in den Genuss der „einzigartigen Performance von Mercedes-AMG“ kommen möchte. So soll das neue Modell nichts von der Agilität seines zweitürigen Bruders verloren haben, selbst wenn es mit rund zwei Tonnen Lebendgewicht (die V8 liegen eher bei 2,1 Tonnen) in der oberen Liga der Gewichtsklasse spielt. Aerodynamische Highlights wie die Kühlerjalousie oder den feststehenden Heckflügel (mit Aerodynamikpaket) heben ihn von der Stangenware ab. Aktive Motorlager in den Achtzylinder-Modellen und ein speziell abgestimmtes Neungang-Automatikgetriebe mit nasslaufender Anfahrkupplung (nicht im Sechszylinder) sowie der serienmäßige Allradantrieb (im 63 S mit „Driftmode“) sollen für ebenjene Performance sorgen.

Wo wir gerade von den Motoren sprachen: deren drei wird es zum Marktstart geben. Da wäre zum einen besagter Reihensechszylinder, der als Einstiegsmodell fungiert und den wir bereits beim Test der neuen S-Klasse für famos befunden haben. Im AMG GT leistet er 435 PS (+ 22 Extra-PS über den zusätzlichen Elektro-Boost) und 520 Newtonmeter (+ 250 Nm zusätzlich) Drehmoment – der Sprint auf 100 Km/h soll damit in 4,5 Sekunden erfolgen, die Höchstgeschwindigkeit bei 285 Km/h liegen. Wer den Achtzylinder will, hat zwischen 585 (800 Newtonmeter) und 639 PS (900 Newtonmeter) die Auswahl, jeweils aus vier Litern Hubraum geschöpft. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei beiden Modellen bei über 310 Stundenkilometern. Die Verkaufsfreigabe der neuen Hochleistungslimousine erfolgt jedenfalls im Sommer dieses Jahres. Preise wurden noch nicht genannt.

Bilder: Daimler

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