Ein Führungsfahrzeug für die Formel 1 sollte einiges abkönnen und dabei auch noch richtig schnell sein. Denn wenn es einmal oder mehrfach zum Einsatz kommt, werden das ganz schön schnelle Runden, auch wenn es aus Sicht der F1-Piloten desöfteren so aussieht, als könnten diese nebenbei noch eine Tasse Kaffee trinken. Für Fahrer Bernd Mayländer und seinen Beifahrer Richard Darker bedeuten diese Runden höchste Konzentration und das Wissen, in einem ganz schön schnellen Auto zu sitzen. Als Partner der FIA setzt man für die Auswahl des Safety Cars traditionell (seit der Saison 1996) auf die sportlichen Limousinen, Cabrios und Coupés von Mercedes-AMG. Und die Jungs aus Affalterbach haben nun ihr neuestes Baby für die nächstes Wochenende in Melbourne startende Formel 1-Saison 2018 vorgestellt.

Waren in der Vergangenheit zum Teil Fahrzeuge darunter, bei denen man sich zurecht fragte, was sie (ungeachtet der zweifellosen Kompetenz der AMG-Ingenieure) auf einer Rennstrecke zu suchen hatten (darunter zum Beispiel der CL 55 AMG, Saison 1999/2000 oder auch der SL 63 AMG, Saison 2008/2009), stellte man neben dem Medical Car (bereits seit längerem ein C 63 T-Modell) seit 2010 waschechte Sportwagen auf die Rennstrecken dieser Welt: der SLS AMG begleitete den Formel 1-Zirkus für ganze vier Jahre (2010 bis 2014), seitdem fuhr Bernd Mayländer einen Mercedes-AMG GT S mit 510 PS. Mit dem nun vorgestellten Mercedes-AMG GT R wird er sich fahrdynamisch kaum umstellen müssen – außer, dass der nochmal eine ganze Ecke schneller sein wird. Und bricht nebenbei auch noch den Rekord für das stärkste F1-Safety Car, das jemals zum Einsatz kam: satte 585 PS leistet der vier Liter große V8-Biturbo.

Bemerkenswert: für die Verwendung als Safety Car waren technisch keine allzu umfangreichen Modifikationen notwendig. So verfügt der GT R über das AMG Track Package mit Überrollkäfig und Sechspunktgurten sowie die Keramikbremsanlage. Eine spezifische Folierung sowie die entsprechende Lichtanlage auf dem Dach sind selbstverständlich. Zusätzlich erhielt das Cockpit zwei iPads, auf denen mittels WiFi-Hotspot unter anderem aktuelle Rundenzeiten und das momentan für alle Zuschauer sichtbare TV-Signal angezeigt werden können. Nicht, dass den beiden Insassen da drin noch langweilig wird.

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