Zumindest den eingefleischten BMW-Roadsterpiloten war er immer ein Dorn im Auge: in der Reihe zweisitziger Sportwagen mit Faltdach aus Bayern, die mit Z3 (1995 bis 2002) und Z4 E85 (2002 bis 2008) ihren Höhepunkt erlebte, war der E89 das hässliche Entlein, das doch eigentlich das schönste war. Und eines, das alles besser machen wollte als seine Vorfahren. Erfolgreich war er damit nie, gut 115.000 Exemplare wurden in sieben Jahren Produktionszeit verkauft – eine Farce im Vergleich zu knapp 200.000 E85 und gut 280.000 Z3. Und sicher nicht das, was sich BMW eigentlich erhofft hatte.

BMW Z4 E89 15

Selbst dem verdammt biederen SLK war er in der Gunst der Käufer hoffnungslos unterlegen, obwohl er mit zweiteiligem Stahl-Klappdach, einer deutlich komfortableren Auslegung, ausreichend Platz und naturgemäß formidablen Antriebsstrang genau auf den Evergreen aus Stuttgart zielte. Doch damit stellte er das nicht mehr dar, was sich die Fahrer des Vorgängers unter einem adäquaten Nachfolger vorgestellt hatten. Das Fahrwerk, eine der Paradedisziplinen des E85, war für eine sportliche Gangart hoffnungslos abgestimmt, die Bremse unterdimensioniert, das Gewicht zu hoch. Da konnten auch die famosen Reihensechszylinder-Sauger, die zu Beginn der Bauzeit mit 23i und 30i noch erhältlich waren, nicht dran rütteln. Und auch ein später nachgeschobener 35is samt der Maschine aus dem 1er M Coupé und 340 PS konnte das Ruder nicht mehr herumreißen. Selbiges gilt für die Vierzylinder-Turbos, die nach dem minimalen Facelift im Jahr 2011 die Saugmotoren ersetzten.

BMW Z4 E89 6

Eben jenes minimale Facelift war bereits das erste Anzeichen dafür, dass BMW das Schicksal des E89 besiegelt hatte. Dabei war der Misserfolg des Zweisitzers, der von so manchem verächtlich auch „ZLK“ betitelt wurde, das Ergebnis einer zwanghaften Falschbezeichnung und einer damit einhergehenden PR-Arbeit, die unbedingt auf dem Vorgänger Z4 aufbauen wollte, statt die neuen, anderen Qualitäten des E89 herauszustellen. Denn so sehr er die Talente seines Vorgängers verkehrte, konnte man mit ihm durchaus Fahrspaß erleben – er war eben mehr Cruiser als fahraktiver Sportler.

BMW Z4 E89 9

Nun rollte vergangenen Montag der letzte Z4 E89, ein 35is in Valencia-Orange, aus der Regensburger-Produktionsstätte und beendete gleichzeitig die Ära der Produktionsreihen von BMW, die noch mit einem „E“ gekennzeichnet wurden. Ein Ersatz ist zumindest in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten, auch wenn BMW – möglicherweise in Kooperation mit Toyota – an einem Nachfolger bastelt, der wieder mit Stoffmütze kommen könnte. Man darf gespannt sein, ob die Kunden damit wieder milde gestimmt werden oder ob der Z4 E89 in die Münchener Geschichtsbücher eingeht: als das Modell, das das Ende der BMW-Roadster besiegelte. Damit täte man dem schönsten und zeitlosesten Modell seit langem aber Unrecht.

BMW Z4 E89 5

 

Eine Antwort

  1. C. Kreft

    Meiner Meinung nach wird die Kooperation mit Toyota das eigentliche Ende der BMW-Roadster-Historie bedeuten. Ohne zu wissen wie er aussieht prophezeihe ich 4-Zylinder Motoren downgesized und triple-turbocharged bis zum Maximum, möglicherweise sogar Frontantrieb, von der ursprünglichen BMW-Philosophie Lichtjahre entfernt anders zu sein als der Frontantriebs-mainstream eines Opel, VW, was auch immer … übel.

    Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.