Voraussichtlich im November wird Porsche auf der Los Angeles Auto Show den neuen Porsche 911 der Baureihe 992 vorstellen. Wie er aussieht ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, sehr wohl aber was er unter dem ansehnlichen Blechkleid für Qualitäten zu bieten hat. Unter anderem die Kollegen vom britischen Autocar Magazin bringen nun etwas Lichts ins Dunkel, wollen aus gut informierten Porsche-Kreisen neue Details zur Technik erfahren haben. Wir geben euch eine kurze Zusammenfassung, was uns in naher Zukunft beim Porsche 911 992 erwarten dürfte:

Motor & Getriebe

Zunächst die schlechte Nachricht: Die Gerüchte verdichten sich endgültig, dass auch der GT3, als letzter Serien-Elfer überhaupt, seinen Saugmotor verlieren wird. Stattdessen soll die nächste Generation einen etwa 520-550 PS starken 3,8-Liter TwinTurbo-Boxer erhalten, der in seinen Grundfesten aus dem aktuellen Turbo-Programm bekannt ist. Fragwürdig ist auch, ob Porsche beim GT3 noch einmal ein Schaltgetriebe anbieten wird. Das Mehr an Leistung wird auch in einem höheren Drehmoment gipfeln – Autocar spekuliert auf runde 710 Nm!

Der Basis-Carrera soll ab der Modellgeneration 992 (2019) um die 380-400, der Carrera S bereits 450 PS leisten. Der GTS wird weiterhin den Respektsabstand zum GT3 wahren, aber deutlicher an die 500 PS heranreichen. Das Schaltgetriebe bleibt, zumindest in den ersten Baujahren, definitiv erhalten – ab welchem 911-Modell Porsche zwangsweise auf das neue 8-Gang-PDK setzt bleibt abzuwarten. Der „normale“ 911 Turbo (2019) wird ebenfalls wieder mit einem 3,8-Liter Triebwerk antreten, dann aber mit mehr als 600 PS. Er wird das zunächst stärkste Modell im neuen 992.

Obwohl die Hybridtechnologie bei Porsche, laut Autocar unter Berufung auf Porsche-Boss Oliver Blume, soweit vorangeschritten ist, um bis zu 700 PS im Elfer zu leisten, hat man sich im Falle des zukünftigen Turbo S (2020) gegen diese Technologie entschieden. Aus gewichtsgründen, so heißt es, wird auf den zusätzlichen Antrieb verzichtet, dagegen könnten bis zu 650 PS bereits mit dem normalen 6-Zylinder-Antrieb erreicht werden.

Hybridantrieb und 48-Volt-Bordnetz

Nicht gleich zu Beginn, aber irgendwann zwischen 2020 und 2023 wird der erste Porsche 911 Hybrid folgen. Zunächst soll ein 48-Volt-Bordnetz eingeführt werden, welches den Elfer schon vorzeitig zum Mild-Hybrid werden lässt. Generell liegt das Hauptaugenmerkt bei Porsche darauf, dass der E-Antrieb die Performance des Elfers verbessert – rein elektrische Fahrstrecken (bis zu 50 Kilometer) sollen zwar möglich sein, aber (zur Zeit) nicht im Fokus stehen. Eine elektrische Boostfunktion, wie es etwa Mercedes-AMG bei ihren neuen 53er-Modellen anbietet, halten wir zunächst für am wahrscheinlichsten. Eine rein elektrische Version des Porsche 911 992 ist (derzeit) nicht geplant.

Innenraum und Assistenten

Auch der Porsche 911 muss mit der Zeit gehen und so werden wir ab 2019, das erste Mal überhaupt in einem Elfer, einen Spurhalteassistenten serviert bekommen. Generell wird betont, dass der Fahrer weiterhin im Mittelpunkt steht, die Assistenzsysteme zwar angeboten werden sollen, man sie aber zu jeder Zeit voll deaktivieren kann. Neben neuen Sicherheitssystemen haben im Porsche 911 992 auch die Analoginstrumente – weitestgehend – ausgedient. Bis auf den Drehzahlmesser werden alle anderen Informationen im Kombiinstrument digital bereitgestellt und in Darstellung und Funktionsumfang jenen Anzeigen gleichen, die wir bereits aus Cayenne und Panamera kennen.

Bisher weitestgehend ungelüftet bleibt das Geheimnis um die Mittelkonsole des 992. So gab es zwar Bilder, die den PDK-Wählhebel nur noch als „Wählstummel“ zeigten, wie die Schaltkulisse aber am Ende und gerade auch im Bezug auf den Handschalter aussehen wird ist weiterhin offen.

Außendesign

Der Außenauftritt des neuen Elfers entpuppt sich auf den ersten ungetarnten Spyshots als konsequente Weiterentwicklung der bisherigen Formensprache, ohne den geneigten Porschisten zu vergraulen. Die auffälligsten Änderungen finden wir am Heck des 992, welches viele Anleihen des Mission E Cross Turismo Konzeptautos in sich trägt. Die Kofferraumklappe am Bug wurde etwas kantiger und die Radhäuser wirken insgesamt ausgestellter und prägnanter. Alles in allem: Das Design wirkt gefällig, bleibt aber – wie so oft – eine Geschmacksfrage.

Die Markteinführung des neuen Porsche 911 ist für Ende 2018 geplant. Zunächst sollen die stärkeren Varianten Carrera 2S und Carrera 4S angeboten werden, im Frühjahr 2019 folgen die Basis-Elfer und die Cabrios. Erst für Ende 2019 ist die Vorstellung der neuen GTS-Modelle geplant, der Turbo (ohne S) soll im gleichen Zeitraum präsentiert werden.

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