Man hätte denken können, dass sich Audi vom Dieselmotor verabschiedet. Der Skandal von 2015 zieht sich bis heute, vor allem bei den Sechszylindern ist man sogar selbst verantwortlich. Hersteller wie Volvo verzichten bereits auf den Ölmotor. Und auch mit der Einstellung der V8-Diesel deutete alles auf das Ableben des Selbstzünders hin.

Doch mit dem neuen Audi SQ5 TDI belehrt uns Ingolstadt eines Besseren. Und das war so nicht abzusehen. Der Diesel ist nicht etwa tot, er lebt sogar im Topmodell weiter. Allerdings ist man sehr darauf bedacht, seine Sauberkeit und Effizienz in den Mittelpunkt zu stellen.

Mit gleich zwei NOx-Katalysatoren und doppelter Harnstoffeinspritzung ist er nicht nur EU6d-sauber, sondern unterbietet sie klar. Audi dürfte sogar in der Lage sein die kommende EU7-Abgasnorm mit der aktuellen Abgasreinigung zu schaffen. Sie mussten allerdings auch die Flucht nach vorne ergreifen.

Immerhin unterstützt der Motor das Vorhaben auch in Sachen Sprintvermögen. Der Dreiliter-V6-Motor des Audi SQ5 TDI wird von einem neuen Turbolader mit Isolierkrümmer unter Druck gesetzt, leistet so 341 PS und 700 Nm Drehmoment. Zudem arbeitet ein schon aus dem SQ7 TDI bekannter elektrischer Turbolader zu. Das Ergebnis sind 5,1 Sekunden auf 100 km/h und 250 km/h Spitze und in Summe trotzdem nur 8,1 Liter/100 km Dieselverbrauch.

Die technischen Anstrengungen auf dem Weg zu mehr Leistung trotz höchster Sauberkeit sind hoch: Leichte und hochfeste Stahlkolben, wassergekühlte Ladeluft, 2.500 bar Einspritzdruck und ein 8 kW-Mildhybrid-System. Auch fahrdynamisch soll der Audi SQ5 TDI mit Sportdifferenzial und 30 mm abgesenktem Fahrwerk auf 20-Zoll-Rädern begeistern.

Optisch gibt er sich, wie alle S-Modelle, relativ zurückhaltend. Edle Aluminium-Einleger in den Lufteinlässen, rote Bremssättel und verchromte Endrohrblenden müssen reichen. Auch innen zeugen nur die Rautensteppung und das S-Lenkrad von der gesteigerten Performance.

Doch genau so will es der Audi SQ5 TDI Kunde haben. Er wird dem 68.137,82 Euro teuren Sport-Diesel sicher gerne den Vorzug geben. Denn ein großvolumiger Benziner in einem SUV wirkt dann doch zu stark aus der Zeit gefallen.