Driven: Audi R8 Modell 2013

Audi hat dem Mittelmotor Sportwagen R8 ein Facelift verpasst. Nach der Premiere auf dem Pariser Autosalon im September dieses Jahres ging es für die internationale Presse im Oktober zum Testen des „Neuen“ nach Rimini. Rund um den Ferienort an der Adriaküste konnten auch wir erste Fahreindrücke von dem überarbeiteten Allrad-Sportler sammeln. Besonders im Fokus stand dabei natürlich das neue Topmodell der Ingolstädter, der Audi R8 V10 Plus.

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Der Laie muss schon genau hinschauen, um die Änderungen am R8 Modelljahr 2013 zu erkennen. Doch der Audi-Kenner bemerkt die geänderten Scheinwerfer mit dem deutlich aggressiver wirkenden LED-Tagfahrlicht und die überarbeiteten Rückleuchten am Heck sofort. Auffälligstes Detail an dieser Stelle: Blinklichter mit einer sogenannten dynamisierten Anzeige. Ein kleiner, effekthaschender Gag, denn der R8 blinkt jetzt mit einem in Abbiegerichtung laufenden LED Band. Deutlich ernsthafter kommen da die neuen Auspuffblenden daher, die nun nicht mehr oval, sondern rund sind und damit an den R8 GT von 2010 erinnern.

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Doch nicht nur die optischen Retuschen fielen an der Flunder nach sechs Jahren mager aus, auch die Überarbeitung der Motoren kann wohl eher als dezent bezeichnet werden. Der V8 des 113.500 Euro teuren Einstiegsmodells (124.800 Euro für den gleich motorisierten Spyder) darf im Modelljahr 2013 immerhin 1.000 Umdrehungen höher drehen und dabei zehn PS – also in Summe 430 – mehr an das manuelle oder automatische Getriebe leiten. Der ebenfalls frei saugende V10 blieb mit seinen 525 PS für 154.600 Euro (Coupé) oder 165.900 Euro (Spyder) sogar komplett unberührt und das hat seinen Grund: Die Modellstrategen brauchten noch etwas Luft nach oben für die neue Modellvariante mit dem Namenszusatz „plus“. Das Plus besteht dabei aus zusätzlichen 25 PS, einer geänderten Fahrwerksabstimmung und einem Minus von 50 kg Gewicht –erzielt durch besonders leichte 19 Zoll Felgen, Schalensitze und Keramikbremsen. Am Preis wurde natürlich nicht gespart: 173.200 Euro verlangt Audi für das aktuelle Topmodell, das nur als Coupé erhältlich ist.

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Ein stolzer Preis, den der R8 V10 plus auf dem Misano World Circuit nicht ganz rechtfertigen konnte. Ja, die Audi Flunder ist schnell, verdammt schnell. Dazu trägt zum Teil die veränderte Fahrwerksgeometrie der plus-Variante bei, die das Untersteuern reduziert und vereinzelt sogar einen Heckschwenk provozieren lässt. Aber der Hauptgrund für den Tempozuwachs ist die für alle R8 jetzt erhältliche S tronic. Dieses neu entwickelte Doppelkupplungsgetriebe schleudert einen bei aktivierter Launch-Control nicht nur in 3,5 Sekunden auf 100 km/h, sondern ersetzt auch die alte R tronic, ein automatisiertes Schaltgetriebe, das den Fahrer immer wieder mit unangenehmen Schaltrucken überraschte. Doch trotz all dieser Technikschmankerl fehlt dem Audi R8 V10 plus der Purismus und das kleine Quäntchen Wahnsinn, um ihn als Supersportwagen so richtig ernst zu nehmen. Da helfen auch 317 km/h Topspeed, ein herrlich röchelnder Zehnzylinder sowie gnadenlos zubeißende Achtkolben-Bremszangen nicht.

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Der R8 ist also auch im siebten Baujahr mit einem kleinen Facelift noch kein emotionsgeladener Sportwagen. Aber er ist ein nochmals besserer Audi geworden – mit all den typischen Merkmalen, die diese Marke ausmachen und die Kunden schätzen und erwarten: Perfektion in Detail und höchste Verarbeitungsqualität. Da ist die Kompromisslosigkeit auf der Rennstrecke eher nebensächlich.

Technische Daten
Modell: Audi R8 V10 plus
Motor: V10, Sauger, 5204 ccm
Leistung: 404 kW / 550 PS bei 8000 U/min
Drehmoment: 540 Nm bei 4000 bis 6500 U/min
Antrieb: Allrad, Siebengang-Doppelkupplung
Gewicht: 1670 Kg
Verbrauch: 12,9 Liter/100 Km Benzin
0-100km/h: 3,5 Sek.
Vmax: 317 km/h
Preis: ab 173.200 Euro

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