Über ein großes Luxuscoupé von Audi – wohl mit dem Namen A9 – wird schon seit einer halben Ewigkeit diskutiert. Bislang wollte man sich in den heiligen Ingolstädter Hallen aber nicht recht trauen, ein Konkurrenzprodukt zum Platzhirsch S-Klasse Coupé anzubieten. Auf der L.A. Auto Show (21. bis 30. November) unternimmt Audi nun einen Anlauf mit einem komplett neuen Konzeptfahrzeug: Dem Prologue.

Federführend für das Prologue Concept ist Marc Lichte, der in diesem Jahr als Chefdesigner von Mutterkonzern VW zu Audi wechselte. Unter der Leitung von Technik-Chef Ulrich Hackenberg wird er insbesondere die Nachfolgemodelle der Mittel- und Oberklasse, sprich A6, A7 Sportback und A8, gestalten. Sollte der Prologue nicht als A9 in Serie gehen, werden seine Designmerkmale jedenfalls in diese Modelle einfließen.

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Schon die aktuellen Facelifts von A6 und A8 zeigen den Weg hin zu noch mehr Dynamik – das ändert auch der Prologue nicht. Der seit gut zehn Jahren als Erkennungsmerkmal von Audi manifestierte Singleframe-Grill geht noch stärker in die Breite als zuvor und ist zudem tiefer an der Front platziert. Die Scheinwerfer werden (mit Laser-Matrix) zu noch flacheren Schlitzen, während die Motorhaube eine rundlich-bauchige Form hat. Insgesamt schlägt der Prologue auch dank seiner mächtigen Ausmaße – 5,10 Meter lang, 1,95 Meter breit, 1,39 Meter hoch – den richtigen Weg ein: Flach, geduckt und angriffslustig steht er mit seinen 22-Zöllern auf der Straße.

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Auch technisch hat der Prologue einiges zu bieten: Unter der Haube schlägt das bekannte Vierliter-Achtzylinder-TFSI Herz mit nunmehr 605 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment, die über eine Achtgang-tiptronic und Quattro-Antrieb mit Allradlenkung an alle vier Räder geleitet werden. Die 3,7 Sekunden auf 100 Km/h passen zur Motorisierung des Zweitonners, dessen Passagiere sich wie in einem luxuriösen Loft fühlen dürften: Auf leichte Berührung öffnen die Türen, nach dem Einsteigen werden Fahrer und Beifahrer anhand ihrer Smartphones identifiziert und alle persönlichen Einstellungen vorgenommen.

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Ebenso runderneuert wurde das Bedienkonzept: Insgesamt vier Touchscreens bauen sich auf der Instrumententafel auf und ersetzen alle herkömmlichen Tasten oder Controller. Licht- und Assistenzsysteme werden links vom Lenkrad eingestellt, über die restliche Breite des Armaturenbretts erstreckt sich die Medienlandschaft und die Bedienung der Klimaanlage. Außerdem werden die Instrumente hinter dem Lenkrad durch den Einsatz von drei Spiegeln dreidimensional dargestellt.

Die Serienfertigung des Prologue steht (leider) in den Sternen – die Chance, seine technischen Schmankerl demnächst schon in Neuwagen erfahren zu können, stehen dafür umso besser. Der neue A8, der in seiner aktuellen Form seit 2011 gebaut wird, dürfte als einer der Ersten in den Genuss kommen – voraussichtlich im Jahr 2015.

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