Sechsundsechzigtausendvierhundert Euro – so viel sollte mindestens auf dem Tresen des freundlichen Audi-Verkaufspartners liegen, damit man ein neues TT RS Coupé auf längere Zeit mit nach Hause nehmen darf. Wir wollten ja eigentlich nicht über Geld sprechen, aber in harter D-Mark-Währung waren das mal über 120.000. Und es sind 3.600 Euro mehr als die Ingolstädter für den verflossenen TT RS plus verlangten. Gut, der Kunde bekommt dafür ja auch mehr. Mehr Leistung, mehr Gänge, mehr Display und mehr Auto – in Länge und Breite.

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Das Mehr an Leistung holt der TT RS, der wie gehabt sowohl als Coupé als auch als Roadster zu haben sein wird, glücklicherweise auch weiterhin aus einem 2,5-Liter-Fünfzylinder-Turbomotor. Audi spricht von einem „neuen“ Motor, verweist aber gleichzeitig auf den sechs Mal in Folge damit gewonnenen „Engine of the year-Award“. So neu kann der also gar nicht sein. Einen Absatz weiter wird das Ganze schon klarer: Leichtbaumaßnahmen, reduzierte innere Reibung, ähm – ja, das war’s dann auch schon: Ergibt 400 PS und 480 Newtonmeter Drehmoment ab 1.700 Umdrehungen pro Minute. Etwas mehr als beim TT RS plus und der Neue ist auch gleich ein wenig schneller: In 3,7 Sekunden knallt das Coupé mittels Siebengang-S tronic und Lamellen-quattro auf Tempo 100, der (schwerere) Roadster schafft diese Disziplin in 3,9 Sekunden. Auf Wunsch endet der Vortrieb erst bei Tempo 280. Wir konstatieren: schneller war bisher kein Serien-TT.

Audi TT RS Coupé

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Neu gefedert ist der teure, schnelle TT mit dem RS-Sportfahrwerk, das optional auch mit adaptiven Dämpfern ausgestattet wird und sich über das Audi drive select Fahrdynamiksystem individuell ansteuern lässt – ebenso wie Lenkung, Getriebe, Motorcharakteristik und Abgasklappen hört es auf vier Kennlinien comfort, auto, dynamic und individual. Bei der Bremse vertraut Audi auf innenbelüftete und gelochte Stahlscheiben vorne, optional sind Kohlefaser-Keramikscheiben erhältlich. Wer will, kann seinen Hintermann (selbstredend gegen Aufpreis) nun mit Heckleuchten in Matrix-OLED-Technologie betören – sie dimmen sich stufenlos selbst und eine Leuchte trägt sogar einen TT-Schriftzug und die vier Audi-Ringe.

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Ganz RS-eigen ist auch die Optik des neuen TT. Den festen Heckflügel konnten wir schon beim Vorgänger nicht leiden, über die Option „Entfall Heckspoiler“ verlieren die Ingolstädter in ihrer Pressemitteilung bedauerlicherweise kein Wort. Zwei ovale Endrohre, der Wabengrill an der Front sowie der quattro-Schriftzug runden das Bild dann auch ab, das sich im Innenraum mit dem aus dem R8 entliehenen RS-Sportlenkrad fortsetzt. Das virtual cockpit verfügt neu über einen RS-Screen, der den Drehzahlmesser in die Mitte versetzt und Informationen zu Reifendruck, Drehmoment und – ganz wichtig – den aktuell anliegenden g-Kräften liefert. Wer es nun nicht mehr abwarten kann, darf jetzt enttäuscht sein: Marktstart für den Fünfzylinder-TT ist erst im Herbst dieses Jahres.

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