Die immer weiter und unaufhaltsam voranschreitende Digitalisierung der Automobile stimmt so manchen von uns ja schon etwas wehmütig, andere wiederum bekommen es so langsam mit der Angst zu tun (und dass es nochmal andere ganz toll finden, steht ja außer Zweifel). Zu diesem Wechselbad der Gefühle gibt BMW nun noch ordentlich Badesalz, indem man den Sprachassistenten Alexa des Internetriesen Amazon ab 2018 nun mehr oder weniger voll ins Auto integriert. Wusste die Tante mit der synthetischen Stimme also bisher vielleicht, dass Du den Rollladen der Balkontüre nicht geschlossen hast, so dürfte sie nun auch wissen, wann und wohin Du unterwegs bist. Und ob Du währenddessen noch einen Iced Cappucino bei Starbucks eingeworfen hast.

CanAm
Dabei sind Sprachbedienung (die bei BMW im Übrigen ohnehin eine der besten ist, die man auf dem Markt erhält) und Internet-Konnektivität über eingebaute SIM-Karten ja mittlerweile nichts neues mehr. Neu hingegen ist die automatische (und, so die Pressemitteilung, in allen Fahrzeugen ab 2018 serienmäßige) „Verkabelung“ an einen Drittanbieter, dessen Hauptaufgabe es nach landläufiger Meinung bisher war, Gegenstände des täglichen Lebensbedarfs schnell an Endkunden zu liefern. Was das nun in einem Auto soll? BMW und Amazon haben da so ihre Vorstellungen: so kann man dann bereits auf dem Heimweg die Beleuchtung in der Wohnung anschalten oder eine Pizza vorbestellen, das Kinoprogramm ansehen oder den Kaffee zubereiten lassen. Das nennt man dann ein „neues Fahrerlebnis“. Doch was bitte hat das mit Fahren zu tun?

Richtig geraten. Nichts. Denn wenn man wie wir regelmäßig mit Automobilen unterwegs ist, die vor dem Zeitalter des Internets auf die Welt gekommen sind, darf man erkennen: so richtig vermisst wird nichts. Natürlich sind Helferlein, Fahrassistenten und auch die Sprachbedienung – sofern sie denn funktioniert – bestenfalls nett. Ein neues Fahrerlebnis aber bringen sie nicht. Das war früher nämlich nicht nur besser, es war unverfälschter. Alexa wird daran auch nichts ändern. Gerade weil es diese damals allenfalls auf dem Beifahrersitz, aber nicht hinter den Lautsprechern gab. Und über Datensicherheit haben wir jetzt noch nicht gesprochen.

Quelle: BMW, Amazon