Bei eBay: Irrer Hummer H2 für den dritten Weltkrieg?

Wenn ein amerikanischer Redneck aus der hintersten Ecke Kentuckys im Lotto gewinnt, dann – so schwirrt es in unseren Gehirnwindungen herum – könnte daraus diese Perversion eines Hummer H2 entstehen, der gerade bei einer Ebay-Auktion einen neuen Besitzer sucht.

Über den Hummer als riesigen Geländebrocken mit großer Fanbase in der amerikanischen Hip Hopper-Gemeinde ist ja nun in den vergangenen Jahren zu genüge schwadroniert worden. Wir selbst sind große Fans, schließlich ist der H2 viel zu groß, viel zu durstig, viel zu unpraktisch und erzeugt außerdem Sozialneid. Genau die Attribute also, die ein Fahrzeug für die Aufnahme in die evocars „Hall of Fame“ qualifizieren. Tuning und Customizing sind ebenfalls Standard beim Hummer: 22-Zöller, 1000 Watt-Anlagen, 10 Flatscreens von der Sonnenblende bis zum Unterboden – das alles kennen wir spätestens seit Pimp my Ride. Sinn und Zweck seien mal dahingestellt, aber so kennen und lieben wir den Hummer.

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Darum wollen wir an dieser Stelle die „üblichen Tuningmaßnahmen“ an einem H2 einmal unerwähnt lassen und nur auf die – zugegebenermaßen unzähligen – speziellen Details eingehen, die der Besitzer dieses H2 seinem Unikat verpasst hat. Vorsicht, es könnte ein Roman werden.

Dann arbeiten wir uns mal von der Front bis zum Heck der Reihe nach durch. Der nördlichste Punkt dieses Ungetüms sind vier blaue, hell strahlende Survival-Rallye-Wüsten-Scheinwerfer. So weit, so normal für einen SUV. Aber gleich dahinter folgt ein dicker Patronengurt, der sich über die gesamte Front spannt. Weiter unten am Schweller finden sich martialisch anmutende Tribals und Totenkopf-Symbole. Die Motorhaube wird verziert von zwei seitlich angebrachten, schweren (und hoffentlich unechten) Miniguns, während der über das Dach schweifende Blick gar nicht genau erfassen kann, was sich dort oben wirklich abspielt. Es scheint sich dabei aber um ein Konglomerat aus Maschinengewehren, Raketen- und Granatwerfern sowie Survival-Kits in grünen Kisten zu handeln. Schließlich weiß man ja nicht, in welchen Krieg man auf dem Weg zum Supermarkt geraten könnte.

Die Türen hingegen wirken da fast schon wieder normal. Immerhin öffnen derer vier im Lamborghini-Stil nach oben mit einem leichten, insektenartigen Schwenk nach außen. Kennt man, mag man, oder nicht.

Während der vordere Teil des „Redneck-Hummers“ auf Blitzkrieg gebürstet wurde, kommt hinten der Videospiele-Schrägstrich-Fantasy-Fan zum Tragen. Stilisierte Schwert-Vinyls, echte Schilde, Schwerter und Fantasy-Gestalten sowie der Schriftzug „Black Knight“ an der Dachkonstruktion lassen zumindest hinterherfahrende Kinder frohlocken und jauchzen. Die Hülle des Ersatzreifens ziert darüber hinaus (vermutlich) der erwähnte Schwarze Ritter, der sich auch auf dem Nummernschild wiederfindet. Die Anhängerkupplung wird verdeckt von – ganz klar – einem Totenkopf.

Noch ein kurzer Blick in den Innenraum: helles Leder, viel Plastik und allerlei Häkchen in der Aufpreisliste, wie etwa bei den Optionen „Minigun in der Mittelkonsole“, „Handgranaten-Automatikhebel“ und „Waffen-Abschusskommandozentrale“. George W. Bush wäre begeistert.

Derzeit (Stand 09.07.2012) werden bei Ebay übrigens 55.000 US-Dollar für den Extrem-Umbau zum möglicherweise hässlichsten Hummer der Welt aufgerufen. Allerdings könnte dieser Titel auch dem bereits vor einiger Zeit von uns gezeigten Umbau auf Hummer-Basis zustehen. Was meint ihr?