Wie ein 600 PS starker Porsche GT1 aussieht, wissen wir. Damit hat das Umbau-Kit der Firma World Class Exotics LLC aus dem US-Sunshine-Staat Florida leider nicht wirklich viel zu tun. Doch nicht schlimm genug, dass das Ergebnis optisch nicht eben gelungen ist. Nein, World Class Exotics macht es noch schlimmer. Als Basis des GT1-Kits benötigt sein Besitzer einen Porsche Boxster, 911 (Bj. 72 bis 98) oder 914. Zumindest die ersten beiden sind waschechte Porsche und haben es weiß Gott nicht verdient, dass man sie so verunstaltet. Dazu kommt, dass der Porsche GT1 aus den 90ern ein Mittelmotor-Supesportwagen war, der 911 dieses Kriterium leider nicht erfüllt. Und trotzdem schneidert Word Class Exotics dem Wagen das GT1-Kit aus Carbon oder Kevlar auf den Leib.

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Nächstes „Problem“: Wie bei den Lambo-Repliken mit Pontiac-Basis leidet auch der GT1-Nachbau an einem Power-Defizit, das natürlich nicht so heftig ist wie bei erstgenannten Modellen. Trozdem. Normalerweise wütet im Rücken des GT1-Piloten ein 3,2 Liter großer Bi-Turbo-Boxer mit 600 PS, bringt den nur 23 Mal hergestellten Supersportwagen (Straßenversion) in nur 3,9 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 308 km/h. Weder Boxster, noch 911 oder 914 können da mithalten. Nicht einmal der 911 Turbo (Modell 993) kann als Basis annähernd mithalten (408 PS, 4,5 sek./100 und 290 km/h).

Und was kostet der Spaß? Wer dem Umbau-Künstler einen 911er vor die Tür stellt, der bekommt seinen GT1 für umgerechnet 66.400 Euro, die Modifikation eines Boxster schlägt mit rund 72.000 Euro zu Buche und beim Boxster S beläuft sich der Umbau auf 81.000 Euro. Immer enthalten sind 19- oder 20-Zoll-Alus, ein Fünfpunkt-Überrollkäfig, eine Rückfahrkamera mit Monitor und alle Carbonfiber-Teile der Karosserie. Der alleinige Karosseriekit kostet umgerechnet 11.000 Euro. Und jetzt als Anhaltspunkt: Unter einer Millionen Euro ist ein Original Porsche GT1 nicht zu bekommen.