Es war im Frühjahr 1977, als der neue BMW 7er als letzter das gesamte Modellprogramm der Bayerischen Motoren Werke runderneuerte und damit auch gleich eine neue Zeitrechnung einläutete, die bis heute anhält. Angefangen beim 5er im Jahre 1972 über den 3er 1975 und den 6er 1976 sollten sich die Baureihen der Münchner nun anhand der Anfangsziffern unterscheiden – und die 7 dabei (zunächst) die höchste Zahl und folglich die größte und luxuriöseste Baureihe darstellen. Durch den E23 wurde der bis dato erfolgreiche E3 abgelöst. Er machte alleine von den Außenabmessungen bereits deutlich, dass er den Platzhirsch der Luxusklasse, die Mercedes S-Klasse, angreifen wollte.

Dazu setzte man in München interessanterweise nicht auf acht Zylinder im Topmodell, sondern lediglich auf sechs. Zum Vergleich: Mercedes-Benz bot schon ein Jahr vor dem Erscheinen des 7er den 450 SEL 6.9 an, der mit knapp sieben Litern Hubraum und 286 PS Jagd auf Porsche und Ferrari machen konnte. BMW konnte so viel Leistung zur Einführung des 7er nicht bieten. Mit dem 733i endete die Leistungskurve bis zum Jahr 1979 bei 197 PS. Erst zum Jahre 1980 brachte BMW abermals eine Neuerung in der automobilen Oberklasse: der 745i (3,2-Liter Reihensechszylinder, der Hubraum multipliziert mit dem Faktor 1,4 ergibt 4.500) hatte dank Turbolader und Ladeluftkühler satte 252 PS und 380 Newtonmeter bei niedrigen Drehzahlen. Einen Dieselmotor im 7er traute sich BMW – anders als Mercedes in der S-Klasse – noch lange nicht. Ebensowenig hielt ein V12 Einzug im E23.

Zumindest letzterer schaffte es sodann aber in den Nachfolger in Form des 750i E32. 1987 vorgestellt, war der 7er damit das erste Auto der Oberklasse, das über einen V12 verfügte. Offenbar war man bei BMW so stolz auf die Entwicklung, dass man die Leistung zunächst lediglich mit dem Kommentar „über 200 kW“ angab und die Produktfilme regelmäßig mit der legendären Münze auf dem Zylinderkopf des laufenden Motors gespickt wurden, die dank des vibrationsfreien Laufs stehen blieb. Der fünf Liter große Zwölfzylinder entwickelte letzten Endes rund 300 PS und musste sich abermals Mercedes-Benz geschlagen geben, die 1991 mit dem 600 SE einen 408 PS starken 6.0 V12 vorstellten. Dennoch gilt der E32 immer noch als Vorreiter in der Luxusklasse – nicht zuletzt bot er zahlreiche Neuerungen wie ein elektronisch geregeltes Fahrwerk, Park Distance Control und Xenonlicht. Und wirkt auch heute noch dank des zeitlosen Designs von Claus Luthe modern und schick.

Und auch der nächste 7er mit der internen Bezeichnung E38 bot abermals Neuerungen, als er im Herbst 1994 vorgestellt wurde. Die wichtigste war ein Navigationssystem mit Farbbildschirm, das erstmals ab Werk in einem europäischen Auto angeboten wurde. Technisch hingegen griff man für den 7er auf altbewährtes zurück: der V12 im 750i erhielt etwas mehr Leistung, V8 und Reihensechszylinder gehörten weiterhin zum guten Ton. Erstmals traute sich BMW dafür auch an einen Dieselmotor im 725tds heran – mit mäßigem Erfolg. Durchschlagender war da – im wahrsten Sinne des Wortes – der Vierliter-V8-Diesel im 740d. Der Selbstzünder leistete 238 (später: 245) PS und 560 Newtonmeter Drehmoment.

Im Jahr 2001 dann der Bruch: mit der Einstellung von Chris Bangle als Chefdesigner tat sich BMW nach überwiegender Ansicht der Besucher auf der IAA in Frankfurt keinen Gefallen. Die Scheinwerfer erhielten schnell die Bezeichnung „Tränensäcke“, der Heckdeckel wurde liebevoll „Rucksack“ genannt. Und doch war es ein unterschätztes Genie, das erst so langsam wiederentdeckt wird: vom beinahe knopflosen Bediensystem iDrive, an dem BMW bis heute festgehalten hat, über nahezu perfekten Federungskomfort dank Luftfederung, eine direkte Lenkung bis hin zu den bulligen und von Grund auf neu entwickelten Motoren. Lediglich die Elektronik macht dem 7er E65 heute als Gebrauchtwagen einen Strich durch die Rechnung – die Optik wurde bereits 2005 weitgehend entschärft.

Zu einem der schönsten 7er der Neuzeit gehört dafür der Nachfolger in fünfter Generation und mit neuer Internkennung: der F01. Stimmige Optik, die Technik auf hohem Niveau und die Qualität so, wie sie in der Oberklasse sein soll. Wesentliche Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger war die Rückkehr von BMW zum fahrerorientierten Cockpit und zum Wählhebel in der Mittelkonsole. Erstmals wurde ab 2010 auch ein sogenannter ActiveHybrid 7 verkauft, der zusätzlich zum Verbrenner über einen E-Motor verfügte.

Und jetzt, zum Sommer des Jahres 2017, besinnt sich BMW mit dem 7er Edition 40 Jahre zurück auf die Wurzeln seiner Luxusklasse. Das Sondermodell ist nicht auf einen speziellen Motor fokussiert, sondern wird in allen aktuell erhältlichen Antriebsvarianten angeboten. Dafür sind die Stückzahlen begrenzt: es sollen lediglich 200 Exemplare entstehen. Für diese stehen zwei Außenfarben zur Verfügung. Der geneigte Kunde hat die Wahl zwischen Frozen Silver Metallic und Petrol Mica Metallic. Standardmäßig wird das M-Exterieur-Paket sowie die Hochglanz Shadow Line verbaut. Für Bodenkontakt sorgen 20-Zoll große Individual-Aluminiumfelgen.

Im Innern der Sonderedition wird es dagegen hell: Vollleder auf den vier Komfortsitzen ist ohnehin klar, die möglichen Farbkombinationen ergeben sich in Rauchweiß/Schwarz oder Rauchweiß/Cohiba für diejenigen, die es farbenfroher mögen. Farblich angepasste Kissen, Fußmatten und Keder sind ebenfalls serienmäßig an Bord. Dem Publikum wird der 7er Edition 40 Jahre auf der IAA in Frankfurt (14. bis 24. September) vorgestellt, bestellbar ist er ab Oktober. Einen Preis hat BMW allerdings noch nicht genannt.

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