Okay, es war schon seit Jahren absehbar und das nicht nur bei den Italienern. Handschalter sind out, meint man. Moderne Doppelkuppler oder Wandler schalten schneller, schalten intelligent, verfügen über mehr Gänge und können so sogar Sprit sparen. Doch eines können diese Getriebe nicht ersetzen: das Feeling. Die unmittelbare Verbindung zwischen Mensch und Maschine stellt einfach dieser Schaltknüppel her. Und ausgerechnet Ferrari, die Marke, die das Schalten mit der obligatorisch offenen Schaltkulisse zu einem Sinnesorgasmus überhöht hat, sagt jetzt ganz offiziell: wir werden keinen Handschalter mehr bauen. Auch nicht für Geld oder gute Worte.

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So zumindest der Eindruck, den Michael Hugo Leiters, seines Zeichen Technischer Direktor bei Ferrari SpA, bei der Ferrari-Pressekonferenz in Paris erweckte. Gerade unter Performance-Gesichtspunkten sei der Handschalter einfach nicht mehr zeitgemäß, die Kunden wollten es außerdem nicht mehr. Gut, letzteres vielleicht, weil sich die Kundschaft vom ernsthaften Sportwagen-Fahrer zum Eisdielen-Racer gewandelt hat. Porsche zum Beispiel will am Handschalter nach wie vor festhalten, wenn auch nur in homöopathischen Dosen. Aber immerhin, in Zuffenhausen gibt es den Knüppel noch.

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In Maranello hingegen hatte die klassische Handschaltung bereits in der letzten Modellgeneration ausgedient. Letzter offiziell angebotene Handschalter war ausgerechnet das weichgespülte V8-Frontmotorcabrio California – weniger als zehn Kunden entschieden sich damals nicht für das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Auch für den Ferrari 599 GTB mit Handschaltung, den amerikanische Kunden desöfteren bestellten, werden mittlerweile astronomische Preise auf dem Gebrauchtwagenmarkt aufgerufen. Im Sportwagensegment sagte Ferrari bereits beim 458 Italia „Ciao!“ zum herkömmlichen Schaltgetriebe: der letzte V8-Mittelmotorsportler mit Handschaltung war der F430. Vielleicht sollte man sich flugs einen sichern, bevor es zu spät ist.

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