Ferrari hat ein neues Modell vorgestellt – und irgendwie ist das knapp zwei Wochen an uns vorbeigegangen. Die Pressemeldung scheinbar wegignoriert. Wahrscheinlich haben uns die computeranimierten Bilder glauben lassen „ist eh nur der Designentwurf von einem mittelmäßig talentierten Designer“. Doch falsch, es ist nichts anderes als das lang spekulierte Einstiegsmodell. Also ein Volumenmodell im Maranello Stil. Und darum ist es der Redaktion wichtig – auch mit Verzögerung – diesen Ferrari seinen Lesern vorzustellen.

Ferrari Roma? Was würden wir denn zu Porsche Berlin sagen?

Aber Achtung, man darf diesen Frontmotor Ferrari nicht mit den Gerüchten zur Reinkarnation des legendären Mittelmotor Dinos verwechseln, der noch unterhalb der hier gezeigten Baureihe positioniert werden soll. Das hier gezeigte Coupé trägt daher auch den etwas seltsamen Namen: Roma. Natürlich klingt italienisch immer alles etwas lieblicher (nur so konnte man auch Ferrari LaFerrari ertragen), doch irgendwie irritiert der Name. Wie würde die Automobilwelt wohl auf einen Porsche Berlin reagieren? Bestimmt nicht mit Lobeshymnen.

Doch auch der Roma ist jetzt nicht die automobile Skulptur, über die man spontan sagen würde „Roma è bellissima“. Ohne Pininfarina wirkt das bei den Italienern alles zunehmend einfallslos. Aber vielleicht liegt es auch an den Genen. Schließlich basiert das Coupé auf dem 2008 vorgestellten California, einem Klappdach Cabrio mit ausladendem Gesäß, aus dem 2018 ein etwas anmutigerer Portofino (noch so ein Städtename) wurde. Antriebsseitig ist das Erbgut jedoch vom Feinsten: Verbaut ist ein 3,9-Liter-V8-Motor mit 620 cavalli al galoppo, die über das neue 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe den Roma in 3,4 Sekunden auf 100 km/h sprinten lassen. Danach geht es zügig weiter bis 320 km/h Topspeed. Selten kamen Golfbags im 272 Liter großen Kofferraum schneller zum Clubhaus. Und wem das nicht reicht: Durch die umklappbare Rückbank lässt sich das Ladevolumen nochmals um 73 Liter erweitern. Echt praktisch, dieser Ferrari.

Was bitte ist denn ein Ferrari 2+?

Und im Innenraum ist er dazu auch noch wirklich schön: Wie bei Ferrari derzeit üblich, sind die meisten Knöpfe am Lenkrad. Aber zusätzlich wird hier alles noch etwas digitaler. Ein schwebender Bildschirm in der Mitte, ein weiterer auf der Beifahrerseite. Den braucht der Beifahrer auch, denn rüberlehnen, um beim Fahrer auf den Tacho zu schauen ist bei der kanzelartigen Form rund um die beiden Insassen der ersten Reihe kaum möglich. Und in der zweiten Reihe? Das sitzt das „+“. So bezeichnen zumindest die Italiener ihr Innenraumkonzept – als 2+. Und nein, wir haben hinter dem Additionszeichen keine 2 vergessen. Die Frage bleibt also unbeantwortet. Zum Abschluss natürlich noch eine weitere Frage, die nach dem Preis des Roma, dessen Scherenschnitt wahrscheinlich nicht von einem Aston Martin DB11 zu unterscheiden wäre. Die Antwort: Höchstwahrscheinlich genau da, wo auch der Brite startet: bei rund 185.000 Euro. Einstiegsmodell eben

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