Es scheint in Mode zu kommen, leistungsstarke Allrad-Performance-Modelle mit einem Drift-Mode auszustatten. Nach dem neuen Ford Focus RS erhält auch die für 2017 angekündigte Top-Version der E-Klasse eine solche Funktion. Dies zumindest verkündete AMG Chef Tobias Moers nun in einem Interview mit dem britischen Autocar-Magazin. Bereits länger bekannt ist, dass der neue AMG E 63 serienmäßig über einen 4-Matic-Allradantrieb verfügen wird, um die mindestens 570 PS (E 63 S ca. 612 PS / 850 Nm) auf die Straße zu bekommen. Man kann darüber streiten ob es Sinn macht der zahlungskräftigen Kundschaft einfach einen 4-Matic vorzusetzen. Aber auch BMW wird mit dem kommenden BMW M5 neue Wege beschreiten und zumindest als Option einen Allrad bringen. Audi setzt ja bekanntlich beim RS 6 seit je her auf die Kraft der vier Räder.

Wie Tobias Moers im Interview weiterhin angibt, kann der dicke Benz im Drift-Mode aber nicht nur Reifen zerstören, sondern auch verdammt schnell sein. Durch die variable Auslegung des 4-Matic-Allradantriebs sollen bis zu 100 Prozent der Motorleistung an die Hinterachse fließen können. Ergebnis: Eine angepeilte Rundenzeit von unter 7 Minuten und 50 Sekunden auf der Nordschleife. AMG-Intern scheint man besonders auf die Zeiten des neuen Porsche Panamera Turbo und des Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio scharf zu sein. Letzterer brannte erst im September eine extreme Zeit von 7:32 Minuten in den Asphalt des Nürburgrings. So wie wir die Jungs von AMG aber kennen, werden sie alles versuchen um diesen Benchmark zu knacken.

Was die Sprintqualitäten des neuen E 63 anbelangt, so hält sich AMG-Chef Moers noch etwas bedeckt. Irgendwas um Drei-Sekunden-„nochwas“ sollen es werden. Betrachtet man aber den Vorgänger (hier im Test bei Evocars), so wird beim neuen 2017er Mercedes AMG E 63 die 100er Marke voraussichtlich in knapp unter 3.5 Sekunden fallen. Derzeit gehen wir davon aus, dass der neue 63er E-AMG auf der kommenden Automesse in Detroit Anfang Januar 2017 der Weltöffentlichkeit präsentiert wird.