Erst der Drift-Mode, dann die offizielle Vorstellung. So, oder so ähnlich scheint man das bei AMG gewollt zu haben. Denn erst vor kurzem hat AMG Chef Tobias Moers in einem Interview mit dem britischen Autocar-Magazin weitere Details zum schnelle Schwaben vorgestellt – unter anderem, dass man mit dem E 63 (4-Matic serienmäßig) einen Drift-Mode erwirbt – mehr dazu weiter unten im Text. Jetzt aber erst einmal zu den harten Fakten die mit der offiziellen Vorstellung schwarz auf weiß bekannt gegeben wurden.

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Der „normale“ E 63 leistet ab sofort 571 PS und damit ab Werk sogar mehr als der Mercedes-AMG GT und GT S. Noch doller treiben es die Stuttgarter beim E 63 S, den es – wie auch den normalen E 63 – serienmäßig mit 4-Matic-Allrad geben wird. 612 PS und brachiale 850 Nm Drehmoment liegen an, wenn die ersten Modelle ab März 2017 zu den Händlern rollen. Mit dem optionalen AMG Drivers Package erreicht man so eine Höchst-Geschwindigkeit von 300 km/h. Sortiert wird die Leistung mittels Neungang-Automatik inklusive einer nassen Anfahrkupplung. Laut AMG Boss Moers haben die Affalterbacher mit dem neuen E 63 den wohl größten Entwicklungssprung (innerhalb nur einer Modellgeneration) vollzogen, den es in der bisherigen AMG-Geschichte gab. Nicht umsonst soll der modifizierte 4.0-Liter V8 im AMG E 63 S in nur 3.5 Sekunden auf Landstraßentempo 100 spurten.

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Trotz der enormen Leistungsreserven sollen AMG E 63 und E 63 S nur jeweils gut 9.0 Liter Benzin auf 100 Kilometer benötigen – eine Zylinderabschaltung soll es möglich machen. Wir gehen allerdings nicht davon aus, dass man einen AMG E 63 erwirbt, um damit sein Umweltbewusstsein zu demonstrieren. Im Alltag sollte man daher weiterhin mit mehr als 10-14 Litern rechnen. Befassen wir uns also wieder mit wichtigerem: Dem Drift-Mode! Irgendwer bei AMG scheint wohl Bammel davor gehabt zu haben, den Kunden einen 4-Matic-Allradantrieb ohne Wenn und Aber vor den Latz zu knallen. Und so hat am Ende wohl der Quertreiber-Modus seinen Weg in die verschlungenen Weiten der Mercedes-Elektronik gefunden.

Der Drift-Mode soll alle Antriebskräfte (oder weitestgehend alle Antriebskräfte) auf die Hinterachse lenken und somit ein Höchstmaß an Dynamik vermitteln. Das man mit dieser Einstellung auch perfekt seine Rennpneus in Rauch aufgehen lassen kann, sehen wir als netten Nebeneffekt. Von außen wurde der dicke Benz auf Krawall gebürstet. Große Lufteinlässe, ein fetter Stern in der Mitte und rund herum breite Schürzen verkünden: ich bin wer, ich will vorbei! Und da ihn die Meisten sowieso nur von hinten sehen werden, grüßt der AMG zum Abschluss noch mit vier dicken Endrohren, die wohlverpackt in der Heckschürze sitzen. Wir erkennen hier allerdings auch den ausdrücklichen Willen zum Understatement. Zwar ist der AMG definitiv als solcher zu erkennen – einen gewissen Business-Schick kann man ihm aber nicht absprechen.

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Bleibt am Ende noch die Frage aller Fragen: Was kostet die Fuhre? Unter 100.000 Euro wird man sicherlich nicht davon kommen. Live zu sehen gibt es den neuen Power-Benz bereits auf der diesjährigen L.A.-Motorshow Ende November.