Seit der Einstellung des heute schon kultverdächtigen SLS AMG im Jahre 2014 gab es kein „echtes“ Supercar mehr aus Stuttgart – zumindest keins mehr mit dem Stern im Kühlergrill. Der AMG GT hat die Heckmotor-Konkurrenz des Nachbarn aus Zuffenhausen im Visier und der Rest sind zwar schnelle, aber auch sehr schwere und luxuriöse Cruiser mit AMG-Schriftzug. Was fehlt?

Mercedes Supercar 2016 (Mark Hostler)

Nach Ansicht des Geschäftsführers der Mercedes-AMG GmbH, Tobias Moers, fehlt ein echter Konkurrent zu Ferrari 488 GTB, McLaren 650S und Audi R8 V10 plus. Dies lässt sich zumindest dem Statement entnehmen, das er jüngst der britischen Autocar gab. Demnach liegen in den Schubladen von Stuttgart und Affalterbach bereits Planungen zu einem neuen, oberhalb des AMG GT angesiedelten, Supercar, das sich jedoch gänzlich von dem Frontmotor-Sportwagen unterscheiden soll. Kommt also demnächst ein (Heck-)Mittelmotor-Supersportler von Mercedes-AMG?

Das entsprechende Know-How wäre allein durch das Formel 1-Engagement von Mercedes vorhanden – offiziell denkt man sogar über eine starke Hybrid-Lösung nach. Denkbar wäre ein aufgeladener V6, der mit der Unterstützung von Elektro-Motoren eine Systemleistung zwischen 650 und 700 PS abgeben könnte. Zumindest bisher wäre ein solches Konzept in dieser Klasse einzigartig: Nur Hypercars vom Schlage eines Porsche 918, McLaren P1 oder Ferrari LaFerrari bieten zurzeit Hybrid-Antriebe. Dem BMW i8 hingegen will Mercedes-AMG längs- und querdynamisch allenfalls die Rücklichter zeigen. Fraglich ist, ob der neue Supersportwagen später so radikal gezeichnet sein wird wie die Designstudie von Mark Hostler aus dem Jahre 2013. Allein wegen der Ähnlichkeit zum verflossenen CLK GTR finden wir diese aber sehr reizvoll. Eine Entscheidung pro oder contra soll zumindest noch in diesem Jahr fallen.

Quelle: Mark Hostler (Bilder), Autocar