Es dürfte für viele überraschend gekommen sein, Insider sahen die Personalrochade jedoch schon seit eingier Zeit kommen. Jozef Kabaň hat seit dem 1. April 2019 nun die Position des „Head of Design“ bei Rolls-Royce in Goodwood inne.

Mit 20 Jahren kam Kabaň zum Volkswagen Konzern und ist damit heute noch einer der jüngsten Designer des Unternehmens, der jemals in Wolfsburg für Stilistik verantwortlich war. Nachdem er 1998 mit dem Außendesign des Veyron beauftragt worden war, zeichnete er anschließend für die Marken Audi und Skoda. Vor allem der Aufstieg der tschechischen Marke ist seinen Verdiensten anzurechnen, hat er die Designsprache von Skoda doch mehr als revolutioniert. Neben Modellen wir dem neuen Fabia, der dritten Generation Superb, dem Octavia III, dem Kodiaq, oder dem Karoq waren es auch die etlichen Sondermodelle mit teils ausgefallenen Materialien und extrem hochwertigen Details, die Škoda dank Kabaň weit nach vorne brachten.

Viel Aufsehen erregte deshalb sein Wechsel im Februar 2017 zu BMW nach München. Hatte man Kabaň schon eine große Zukunft in Wolfsburg vorhergesagt, schienen die Bayern einen hohen Preis für den Slowaken bezahlt zu haben, damit er als Leiter des BMW Designstudios unter Adrian van Hooydonk dem bayrischen Design wieder zu altem Glanz verhelfen würde.

Dass das in Bratislava und am Royal College of Art in London ausgebildete Toptalent nun zu Rolls-Royce wechselt, ist mehr als ein „müssen“, denn als ein „wollen“ zu verstehen, so ein Insider. Zwar lässt BMW Designchef van Hooydonk ausrichten: „Das Rolls-Royce Design Team kreiert herausragende Automobile und Luxusobjekte. Ich bin überzeugt, dass Jozef Kabaň dieses phänomenale Team in eine sehr erfolgreiche Zukunft führen wird.“ Doch intern war ihm Kabaň wohl zu dicht aufgerückt und mit zu starken eigenen Ideen vorgegangen, die regen Zuspruch erhielten, nicht aber von van Hooydonk.

So findet sich Jozef Kabaň nun in Goodwood auf einer Art Parkposition. Denn dort sind die großen Modelle Phantom und Cullinan gerade erst am Markt erschienen – Modellpflegen und generelle Überarbeitungen entsprechend noch in weiter Ferne. Dennoch freut sich Torsten Müller-Ötvös, CEO von Rolls-Royce Motor Cars auf die Zusammenarbeit: „Er ist ein außergewöhnlich talentierter Designer mit einer starken Erfolgsbilanz und einer großen Bandbreite an Fähigkeiten. Es ist ein Beweis für den Erfolg unseres Unternehmens, dass wir als weltweit führendes Luxushaus die besten Designtalente der Welt gewinnen können“. Es war allerdings auch nötig, denn der bisherige Desginchef der Briten, Giles Taylor, hatte das Unternehmen bereits im Juni 2018 auf eigenen Wunsch verlassen.

Kabaň wird sowohl im Designstudio von Rolls-Royce in Goodwood, Großbritannien, als auch in München, Deutschland, ansässig sein.