Machen wir uns nichts vor: Bereits die Vorstellung des Z4 GT3 als neuestes Fahrzeug für den Kundensport sorgte im Jahr 2010 nicht nur für Jubelschreie. Zu groß war die Angst, dass der Rennwagen ähnlich wie sein ziviler Roadster-Bruder der Konkurrenz in Sachen Fahrdynamik nur noch hinterherhinken würde. Doch wie sich nur wenig später herausstellte, war diese Angst vollkommen unberechtigt. Die Kundenteams konnten mehrere Siege bei der FIA-GT3-Europameisterschaft einfahren und landeten beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zweimal auf Platz Zwei. Nach nunmehr fünf Jahren aber ist der Z4 Geschichte und mit dem M6 GT3 stellen die Münchener auf der IAA ein richtiges Dickschiff im Rennoverall vor.

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Doch wer allein ob des beachtlichen Längenunterschieds von rund 60 Zentimetern im Vergleich zum beinahe zierlichen Z4 bereits das Handtuch wirft, sollte sich erst Recht mit dem neuen Rennfahrzeug aus der BMW Motorsport-Abteilung befassen. Denn das Plus an Karosserieumfang und Radstand eröffnet den Ingenieuren neue Möglichkeiten: Die Sitzposition wurde zugunsten des Schwerpunkts sehr weit nach hinten und mehr in die Fahrzeugmitte verschoben. Dies erleichtert zwar nicht unbedingt die Übersichtlichkeit nach vorne, soll aber dafür laut BMW ein einzigartiges Fahrgefühl bieten. Der längere Radstand sorgt dafür, dass der M6 GT3 deutlich stabiler und ruhiger liegt als der doch etwas zickige Z4 und sich damit auch einfacher bewegen lässt. Dank Transaxle-Bauweise ist die Gewichtsverteilung optimal.

Der Serien-M6

Wie der Z4 GT3 wird der neue Renner von Hand umgebaut. Dazu gehören neben der Sicherheitszelle nach FIA-Standard mit Schalensitz, Löschanlage und Renntank ein Aerodynamik-Paket mit großen Lufteinlässen an der Front, deutliche Kotflügelverbreiterungen und ein übergroßer Heckflügel für den nötigen Anpressdruck auf der Hinterachse. Die Abgasanlage endet direkt hinter den Vorderrädern und bläst den Sound des 4,4-Liter-V8, der in abgewandelter Form auch im Serien-M6 unter der Haube werkelt. Damit er den harten Renneinsatz übersteht, wurde er auf Trockensumpfschmierung umgebaut und erhielt eine leichte Leistungssteigerung auf 585 PS (Serie: 560 PS). Sein Antritt im GT3 dürfte dennoch kaum mit dem aus der Serie zu vergleichen sein: Es fehlen über 700 Kilogramm Gewicht. Der M6 GT3 wiegt gerade knapp 1,3 Tonnen (Z4: 1,2 Tonnen).

Diese Umbauten lässt sich BMW Motorsport auch gut bezahlen: 379.000 Euro kostet der M6 GT3, hinzu kommen Wartung und Service, die durch Support-Ingenieure von BMW vor Ort durchgeführt werden können. Damit ist er etwas teurer als der Z4 GT3, der zuletzt auf einen Nettopreis von 349.000 Euro kam. Sein Renndebüt soll der M6 GT3 zum Start der Saison 2016 geben. Währenddessen wird auf Testfahrten noch abgestimmt und Feinschliff betrieben, damit es der neue Renner auch getrost mit der Konkurrenz von R8 LMS und AMG GT3 aufnehmen kann.

Mercedes-AMG GT3

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