200 Turbo-PS und Telemetrie – der neue Clio R.S. 200

Er ist einer – wenn nicht DER – schärfste Hothatch am Markt: der Clio R.S. von Renault. Nun geht er in seine vierte Generation und macht einiges anders als zuvor. Und das zu einem Preis von 25.000 Euro.

Zum Beispiel das Karosserielayout: Erstmals gibt es den schnellen Franzosen nur mit fünf Türen. Zwar haben die Designer versucht, die hinteren Türgriffe so gut es denn geht zu verstecken, aber die zusätzlichen Portale stehen eher für mehr Praktikabilität, denn mehr Sportlichkeit.

Dafür sollte aber der Motor sorgen. Auch wenn wir dem Zweiliter-16V mit dem Hochdrehzahlkonzept ein wenig nachtrauern, so wird der neue 1,6-Liter-Turbo wohl alles ein wenig besser können. Gut, auf dem Papier fehlt ihm ein PS auf den Alten, dafür steht er mit 240 Nm bestens im Futter. Und das sogar schon bei 1750 Umdrehungen bis hin zu fast 6000 Touren. Von solchen Werten konnte der Sauger nur träumen. Und so beschleunigt der neue Clio R.S. denn auch in 6,7 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 230 km/h Spitzengeschwindigkeit.

Galerie: Hier geht’s zur XXL-Galerie des Clio R.S.

Einen Anteil am verbesserten Beschelunigungsvermögen hat auch das neue EDC (efficient dual clutch) Doppelkupplungsgetriebe. Denn auch hier betritt die vierte Generation des kleinen Franzosen Neuland: es wird ihn nicht mehr mit Handschaltgetriebe geben. Stattdessen werden die Gänge automatisch oder an den Schaltwippen am Lenkrad eingelegt. Dazu passend auch die R.S DRIVE-Optionen: Auf Knopfdruck verändert der Clio in drei Stufen (Normal, Sport, Race) Leerlaufdrehzahl, Gaspedalkennlinie, Schaltzeiten, Lenkunterstützung, sowie ESC- und ASR-Regelschwellen.

Damit die Traktionshilfen nicht zuviel Arbeit bekommen haben die Ingenieure aus Dieppe – der Clio R.S. wird in den heiligen Alpine-Hallen montiert – jede Menge Know-How in das Fahrwerk gesteckt. Besonderes Merkmal ist die sogenannte Hydraulic Compression Control – quasi ein Dämpfer im Dämpfer. So können herkömmliche Federwegsbegrenzer, also die „bump stops“ aus Gummi entfallen. Federt der R.S. auf schlechten Straßen oder bei schnellen Lenkmanövern maximal ein, geht die Federung nicht mehr abrupt auf Block, sondern definiert in den zweiten Dämpfer. Der Reifen wird so entlastet und kann den Kontakt zur Straße besser halten. Renault verspricht sich von dieser Maßnahme nicht nur mehr Kontrolle im Grenzbereich, sondern auch deutlich mehr Komfort als bisher.

Der Clio R.S. für die Rennstrecke? Hier findet ihr weitere Tracktools

Denn eine Sänfte wird der Clio R.S. auch mit HDC nicht, vor allem wenn man das Cup Chassis für 600 Euro ordert. Darin enthalten ist wie gewohnt eine straffere Feder-/Dämpferabstimmung, eine Tieferlegung um drei Millimeter, sowie 18-Zoll-Felgen und rote Bremssättel. Die Bremse ist in allen Versionen allerdings einer herkömmlichen Faustsattelbremse mit 320 mm Bremsscheiben gewichen, die beliebten Brembo-Stopper sind nicht mehr erhältlich.

Ebensowenig ein mechanisches Sperrdifferential, aber Renault ist stolz auf das neue elektronische R.S. DIFF. Hier wird in bekannter Manier das kurveninnere Rad per zartem Bremseingriff am Durchdrehen gehindert.

Dafür gibt es auf Infotainment- und Telemetrieseite viel Gutes zu berichten. Denn das R-LINK-System auf Basis des aufpreispflichtigen R.S. MONITOR 2.0 hat es in sich. In Echtzeit kann Drehmoment, Leistung, Wassertemperatur, Einlasslufttemperatur, Ladedruck, Drosselklappenstellung, Bremsdruck, Lenkwinkel, Drehzahl, Getriebeöltemperatur, Kupplungstemperatur und sogar Raddrehmoment angezeigt werden. Die Anzeigen sind frei konfigurierbar und wahlweise in Balken- oder Instrumentenform angezeigt werden.

Daneben gibt es eine Telemetriefunktion, die auf Beschleunigungen von 0 auf 50 und 100 km/h misst, oder die Zeiten für die Quartermile oder Null auf 1000 m stoppt. Sogar ein Strecken-Overlay gibt es. Man kann also ganz einfach ein Rennstreckenlayout vom Renault-Server herunterladen und das Clio R.S. trackt automatisch die Rundenzeiten mit. Das Ganze kann man am Ende einer Session per USB-Buchse auf einen Stick übertragen und so eine genaue Auswertung des eigenen Fahrstils vornehmen.

Mehr Spielerei als von echtem Nutzen ist das R-SPUND EFFECT-Programm. Hier kann man auf Wunsch sieben verschiedene Motorsounds legendärere Modelle auswählen, die dann – angepasst auf Drehzahl, Gaspedalstellung und Geschwindigkeit – über die Boxen des Clio R.S. ausgegeben werden. Warum dort neben Alpine A110, Gordini R8 und Clio V6 auch ein Nissan GT-R, eine Harley-Davidson und ein Raumschiff enthalten sind bleibt wohl das Geheimnis der französischen Sound-Ingenieure. Aber bei einem Basispreis von 24.990 Euro kann man solchen Gadgets wohl erwarten…

Hinweis: Bisher gibt Renault all diese Infos nur für den französischen Markt heraus. Die Angaben dürften allerdings auch für Deutschland zutreffen.

Und hier die Daten des neuen Clio R.S. im Detail ….

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