Gut, der Tesla-Baureihen-Witz mit „S3XY“ (eben für Model S, 3, X und nun Y) ist ebenso langweilig wie das Design des neuen. nun vorgestellten Modells. Dafür hat es die Technik weiterhin in sich. Und darum wollen wir uns nun etwas genauer mit dem Tesla Y beschäftigen.

Böse Zungen mögen behaupten, dass die Designer einfach nur aus Versehen die Visualisierung des Model 3 verzerrt und in die Höhe gestreckt haben, doch auch mit viel gutem Willen kann man wenig Neues am Design des Model 3 erkennen.

Aber das ist egal. Denn es geht beim Model Y um mehr als bloße gestalterische Gimmicks Es geht um die Technologie. Und die ist weiterhin sehr vorbildlich bei Tesla. Die Basis bildet logischerweise das erfolgreiche Model 3 – sowohl was den Unterbau, als auch was den Antrieb und die Batteriepakete angeht.

Im Gegensatz zum Kompakten baut das SUV aber natürlich deutlich höher und kommt dadurch bulliger daher. Der Marktstart für das Model Y ist für Herbst 2020 anvisiert – also zeitgleich mit den meisten deutschen Elektrofahrzeugen (Audi Q4, VW ID-Serie, Mercedes EQC), Deutschland wird aber wohl bis 2021 auf die ersten Zulassungen warten müssen.

Wie bei Tesla gewohnt, wird der Anlauf erst einmal mit den großen, teuren und gewinnträchtigen Varianten erfolgen, die Basismodelle sollten dann aber im Gegensatz zum Model 3 schneller folgen – also in den USA ebenfalls noch in 2020.

Das Basismodell mit der kleinen Batterie gibt Tesla mit 370 km Reichweite an – es dürfte also dem Model 3 Standard Range Plus mit 55 kWh Akku entsprechen. Der Einstiegspreis soll hier mit 39.000 US-Dollar aggressiv niedrig liegen.

Bei uns wir das Model Y zuerst als Long Range auf den Markt kommen. Der Preis für das 75 kWh Modell mit 258 kW (346 PS) wird 55.000 Euro betragen. Damit schafft das Model Y laut Norm 540 km. Optional gibt es natürlich auch das Dual-Motor-Allradsetup, sowie das Performance-Modell.

Das dürfte natürlich fahrdynamisch – zumindest auf jeden Fall längsdynamisch – das interessante Fahrzeug sein und die deutsche Konkurrenz deutlich hinter sich lassen. Denn der proklamierte Wert von 3,7 Sekunden auf 100 km/h kann sich in dieser Klasse wirklich sehen lassen.

Übrigens: damit der Spaß auch länger hält, ist auch das Model Y für die neue Supercharger Generation 3 vorbereitet – diese lädt das kleine SUV mit 250 kW. Wenn wir wieder von unseren 20 kWh/100 km Verbrauch bei flotter Fahrt ausgehen, schafft man damit 250 km in 15 Minuten Ladezeit. Ein Wert, der den Tesla tatsächlich langstreckentauglich macht. Zumal das Supercharger-Netzwerk aktuell noch seinesgleichen sucht.

Weiteres, besonderes Merkmal des Model Y: Es ist ein Siebensitzer. Optional gibt es wie im großen X und S eine dritte Sitzreihe. Sie ist ganz normal in Fahrtrichtung montiert und beansprucht zwar den größten Teil des Kofferraums, dennoch ist das Y damit im Kreise der Kompakten SUV fast ganz allein mit der dritten Reihe. Die Einstellungen und Informationen zum Fahrzeug, der Fahrt und der Navigation sowie das Infotainment werden wie beim Model 3 (Bild oben) auf einem großen, zentralen 15-Zoll-Touchscreen verwaltet. Das Fahrerassistenzsystem „Autopilot“ kostet je nach Ausführung 3.100 bzw. 5.200 Euro Aufpreis. Das Kofferraumvolumen bei umgeklappten Sitzen wird mit bis zu 1900 Litern angegeben.

Technische Daten der ab jetzt in Deutschland vorbestellbaren Model Y:

“Long Range” mit Heckantrieb (ab 55.000 Euro)
540 km WLTP-Reichweite
209 km/h Höchstgeschwindigkeit
5,8 Sekunden 0-100 km/h

“Long Range” mit Allradantrieb (ab 59.000 Euro)
505 km WLTP-Reichweite
217 km/h Höchstgeschwindigkeit
5,1 Sekunden 0-100 km/h

“Performance” mit Allradantrieb (ab 67.000 Euro)
480 km WLTP-Reichweite
241 km/h Höchstgeschwindigkeit
3,7 Sekunden 0-100 km/h
Sportpaket mit u.a. 20-Zoll-Felgen, Hochleistungs-Bremsen, Carbon-Heckspoiler, Tieferlegung, “Track Mode”

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