Es sah nicht gut aus für 9ff: Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Jahr 2013 machten die Dortmunder Jungs rund um Jan Fatthauer keine bedeutenden Schlagzeilen mehr in der Sportwagenszene. Doch nun ist 9ff zurück – mit einem neuen „alten“ Modell, das mehr 9ff ist als es ein getunter Porsche je war.

9FF-A-Max (10)

Basierend auf dem ersten turbo der Baureihe 997 (3,6 Liter, 480 PS) hört es auf den Namen F97 Amax 1.400 und die letzte Zahl sagt doch schon alles: Nicht weniger als 1.400 PS schlummern unter dem dezenten 911er-Kleidchen, das nur ein Kenner von einem Standard-turbo unterscheidet. Satte 1.250 Newtonmeter gibt es obendrein – sie werden an alle vier Räder geleitet. Damit es neben maximaler Power auch maximale Beschleunigung gibt.

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Doch 9ff wäre nicht 9ff, wenn hinter diesen Zahlen nicht bestes Engineering stecken würde. Sie resultieren aus einer Hubraumerweiterung auf 4,2 Liter, Aluminium-Schmiedekolben mit einer Verdichtung von 8,0:1, langen Schmiedepleuel, einer für hohe Drehzahlen optimierten Kurbelwelle, vier scharfen Nockenwellen sowie zwei neuer Turbolader (PT6767R). Fächerkrümmer, eine Klappenabgasanlage, ein optimiertes Steuergerät mit drei Ladedruckstufen (maximal 2,2 bar) und diverse Verstärkungen an Motor und Getriebe (Sechsgang-Handschaltung mit Vier-Scheiben-Kupplung) runden das Paket ab.

Unter optimalen Bedingungen sprintet das Einzelstück, das für einen französischen Kunden gefertigt wurde, in 2,4 Sekunden auf 100 Km/h. 5,8 Sekunden benötigt der 9ff aus dem Stand bis 200 und Tempo 300 liegt nach insgesamt 12,4 Sekunden an. Höchstgeschwindigkeit? 403 Km/h. Noch beeindruckender scheint da nur noch der Zwischensprint von 200 auf 300 Km/h, der gerademal 5,5 Sekunden dauert. Die Vorgabe „maximale Beschleunigung“ hat 9ff zweifellos umgesetzt. Zum Stillstand kommt die Fuhre mit den Hochleistungs-Carbon-Ceramic-Stoppern auf Basis der PCCB. Ein höhenverstellbares Fahrwerk mit 60 Millimeter Rennfedern von Bilstein sowie verstärkte Querlenker halten das 1.450 Kilogramm schwere Coupé auf Kurs. Was der Spaß den französischen Enthusiasten gekostet hat, verrät 9ff nicht. Aber es lässt hoffen, dass wir demnächst wieder öfters etwas von den Jungs aus Dortmund hören werden.

Galerie

Bilder: Peter Meißner Moment-Fotodesign