Einladungen zu Fahrveranstaltungen sind fast schon das täglich Brot unserer Zunft. Doch dann gibt es Veranstaltungen, die Dein Redakteursherz fix ein bisschen höher schlagen lassen. Zu den Einladungen dieser Sorte gehörte auch die von Porsche, die jüngst auf dem Tisch landete. Und wenn Porsche einlädt, um mal einen Blick hinter die Kulissen des Porsche Super Cups zu werfen, dann sagst Du alles, aber garantiert nicht Nein. Hinzu kommt: einen Blick werfen durften wir nicht irgendwo, sondern im königlichen Park, dem Autodromo Nazionale Monza höchstpersönlich. Spätestens jetzt ging Neinsagen ohnehin nicht mehr.

Porsche Super Cup Monza

Die Basis für den Super Cup bietet, wie könnte es anders sein, ein 911 Carrera, mittlerweile ja in der siebten Legislatur-, Verzeihung, Generation unterwegs und unter 991 bekannt. Gut, der 911 GT3 Cup, so die offizielle Bezeichnung, ist schon ein bissle anderes Kaliber als ein stinknormaler Elfer. Doch er sei, versichert uns Earl Bamber, Le-Mans-Sieger von 2015, immer noch sehr nah an der Serienversion des kultigen Heckmotorsportwagens. So läuft der GT3 Cup sogar auf derselben Fertigungslinie wie die Standardmodelle und wird erst zum Schluss von der Motorsportabteilung zum Cup-Rennwagen um- und fertiggebaut.

Attraktiv macht den Super Cup seit jeher die direkte Anbindung an die Formel Eins, an Renntagen läuft der Super Cup stets im Vorfeld der Weltmeisterschaft. Dies eröffnet zunächst den Weg zu mehr Zuschauern und das macht ihn wiederum umso interessanter für Sponsoren. Dadurch, dass alle Fahrer auf identischen Fahrzeugen starten, ist der Porsche Super Cup eine echte Fahrer-Meisterschaft. Der beste gewinnt. Und damit dieses Prinzip gewahrt wird, sind nur kleine Details individuell einstellbar – zu den größten dieser kleinen Details zählt der Reifendruck. Ansonsten sind die 460 PS starken Renner auf einem technischen Niveau. Und man muss schon fahren können: Moderne Rettungsanker wie eine Traktionskontrolle oder gar ABS gibt es nicht, bei der Bremse vertraut Porsche auf herkömmliche Stahlscheiben.

Porsche Super Cup Monza

Mittlerweile in der dreizehnten Saison hat der Super Cup schon einige Talente gefördert und hervorgebracht. Zu diesen zählt auch Marc Lieb, Porsche-Werksfahrer, der dieses Jahr auf dem Porsche 919 den Gesamtsieg in Le Mans erringen konnte – gegen das Pechgebeutelte Toyota-Team, muss man gnädigerweise anmerken. Auch der BMW Werksfahrer Philipp Eng aus Österreich kommt aus dem Talentnachwuchs von Porsche. Doch um so weit zu kommen, bedarf es harten Trainings und großem Durchhaltevermögen. So müssen die Schützlinge nach jedem Training ihren Renningenieur „briefen“ und ihre Eindrücke vom Auto detailliert schildern. Erfolg und Fahrkönnen gehören natürlich auch dazu. Und wer sich jetzt fragt, ob wir den GT3 Cup auch mal fahren durften, müssen wir leider verneinen. Aber wir durften mitfahren. Und auch das führte dazu, dass unser Redakteursherz deutlich höher schlug!