Mercedes-AMG ist gestern vor 185.000 Zuschauern nicht nur der zweite 24h-Erfolg am Nürburgring nach 2013, sondern auch das beste Ergebnis eines Herstellers beim Eifel-Marathon seit dem Sechsfach-Sieg von BMW im Jahr 1998 gelungen. Hinter den vier Mercedes-AMG schafften es mit BMW (Platz 5), Bentley (Platz 7), Audi (Platz 8) und Porsche (Platz 9) vier weitere Hersteller in die Top-10 der Nordschleifen-Bezwinger. 

Ebenfalls seinen zweiten 24h-Erfolg seit 2013 konnte Bernd Schneider feiern: „Wahnsinn, dass Maro das noch geschafft hat. Ein absolut phänomenales Gefühl. Es gibt dafür keine Worte. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das noch rumreißen können. Aber ich glaube, wir haben es verdient. Wir hatten die ganze Zeit ein gutes Rennen. Ich bin total aus dem Häuschen“, sagte der DTM-Rekordchampion. Vor drei Jahren hatte er ebenfalls mit Black Falcon triumphiert. Jetzt ließ Schneider mit seinen Rennfahrerkollegen dem ersten 24h-Sieg des damaligen Mercedes-Benz SLS AMG GT3 jetzt den Erfolg des Nachfolgemodells Mercedes-AMG GT3 folgen. 

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Die HTP-Mannschaft konnte Platz eins leider nicht bis ins Ziel behaupten: zwar hatte sie sich lange Zeit erfolgreich aus allen Zweikämpfen und kritischen Situationen herausgehalten. Allerdings brachte sie ein letzter Tankstopp 9:30 Minuten vor Ablauf der 24 Stunden um den greifbar nahen Sieg. Dritter wurden das Haribo-Racing-Team mit der Startnummer 88 in der Besetzung Uwe Alzen, Lance David Arnold, Maximilian Götz und Jan Seyffarth. Rang vier ging an das zweite Black-Falcon-Auto mit der Nummer 9, auf dem Engel gemeinsam mit Hubert Haupt, Yelmer Buurman und Dirk Müller gefahren war. 

Die Zuschauer durften über weite Strecken des Rennens einen intensiven Fight um den Gesamtsieg bestaunen. Insgesamt 32 mal wechselte die Führung, davon gleich 28 mal innerhalb der sich nichts schenkenden Mercedes-AMG-Teams. Die beiden BMW M6 GT3 von Rowe Racing mit Markus Palttala und Schubert Motorsport mit Jörg Müller sowie ein Manthey-Porsche 911 GT3 R mit Fred Makowiecki waren die einzigen Spitzenreiter ohne einen Stern. 

In Erinnerung bleiben wird allen Fahrern und Fans aber auch das Unwetter am Samstag kurz nach dem Start. Sintflutartiger Regen und Hagel verwandelte die Rennstrecke innerhalb von Minuten zunächst in eine Rutschbahn und dann in einen großen Parkplatz. Da die Sicherheit der Fahrer nicht mehr gewährleistet war und auf teilweise spiegelglatter Piste selbst 500 PS starke Rennfahrzeuge nicht mehr die Steigungen auf der Nordschleife hochkamen, traf Rennleiter Walter Hornung die einzig richtige Entscheidung und stoppte das Rennen mit der roten Flagge. Trotz zahlreicher Zwischenfälle gab es keine Verletzten im Feld. Es dauerte mehr als eine Stunde, bis alle auf der Strecke gestoppten Autos zurück in der Box waren. Erst nach drei Stunden wurde das Rennen wieder freigegeben.