Der ADAC hat seinen alljährlichen Reifentest von Sommerreifen auf SUV der Mittelklasse und aktuellen Wagen der Golfklasse veröffentlicht. Dabei fördert der Club teilweise erstaunliche Ergebnisse zutage und warnt gleichzeitig vor M+S-Zeichen auf den Reifenflanken, die so manchen Käufer in die Irre führen könnten: nur weil ein Sommerreifen die M+S-Kennzeichnung trägt, heißt das noch nicht, dass er auch perfekt für den Winter geeignet ist. Wir sagen Euch, welcher Reifen hier wie abgeschnitten hat!

Getestet wurden insgesamt 31 Pneus verschiedenster Hersteller in den immer noch gängigen Größen für Autos der Mittelklasse (195/65 R 15) und für sich stetig größerer Beliebtheit erfreuenden SUV (215/65 R 16). Die Preisspanne reichte hierbei von 50 Euro für den günstigsten Reifen bis hin zu 119 Euro für den teuersten, doch der Test zeigt auf: Teuer ist zwar oft auch gut, aber eben nicht in allen Fällen.

Beginnen wir beim größeren Reifenformat, dem 215/65 R 16 mit dem Traglastindex 98 und dem Geschwindigkeitsindex „H“ (bis 210 Km/h), das auf einem VW Tiguan getestet wurde. Testsieger mit der Bestnote 2,1 wurde einer der höherpreisigen Kandidaten: der Goodyear EfficientGrip SUV für 108 Euro pro Stück. Er erhielt auch die beste Note auf nasser Fahrbahn und gilt als sehr ausgewogener SUV-Reifen für den Sommer. Nur knapp dahinter eine Überraschung mit dem Reifen von Cooper Tires (89 Euro pro Stück). Die Amerikaner, die in Deutschland noch immer eher unbekannt sind, belegen mit deutlichem Abstand auf den nächstplatzierten Rang Zwei mit der Note 2,5. Lediglich im Hinblick auf Verschleiß und auf das Fahrverhalten auf Nässe muss sich der Cooper dem Goodyear einen erhöhten Rückstand gefallen lassen, ansonsten liegt er in fast allen Disziplinen nahezu gleichauf. Das kann man von so manchem vermeintlichen Premiumreifen nicht behaupten: insbesondere die Reifen von Michelin (Latitude Tour HP, 119 Euro) und von Bridgestone (Dueler H/P Sport, 102 Euro) fallen zwar durch gute Werte auf trockener Fahrbahn, aber umso schlechtere auf nasser Fahrbahn auf und belegen somit die letzten Plätze vor der roten Laterne, die dieses Jahr an den Yokohama Geolandar SUV (100 Euro) mit der Note 5,5 geht.

Beim kleineren Reifenformat für die Mittelklasse (getestet wurde auf einem Golf VII), 195/65 R 15 (Traglastindex 91, Geschwindigkeitsindex V bis 240 Km/h) konnten die Premiumhersteller dafür wieder überzeugen. Ob Pirelli mit dem Cinturato P1 Verde (73 Euro), Bridgestone mit dem Turanza T001 (72 Euro), Continental mit dem PremiumContact 5 (75 Euro) oder Goodyear mit dem EfficientGrip Performance (72 Euro): sie alle belegen die Spitzenplätze mit den Noten 2,1 (nur Pirelli) oder 2,2. Ebenfalls auffällig, dass sich erneut ein unbekannterer Hersteller in die Spitzenplatzierungen schiebt: der Esa-Tecar Spirit 5 HP für 50 Euro erzielt ohne „ausgeprägte Schwächen“ die Note 2,5 und landet damit vor Dunlop (Sport BluResponse, Note 2,6, 72 Euro), Vredestein (Sportrac 5, Note 2,8, 64 Euro) und Michelin (Energy Saver+, Note 3,0, 80 Euro). Nicht im Test vertreten war der Zeon CS8 von Cooper Tires, der – auch in dieser Größe erhältlich – jedoch zumindest laut Hersteller insbesondere auf Nässe sehr gute Fahreigenschaften bieten soll.

Das zeigt: Der teure Reifen ist nicht immer der bessere – und ein günstiger Reifen muss nicht unbedingt der schlechtere sein, wie die Pneus von Cooper Tires oder Esa-Tecar zeigen.