Dass ein Auto vier Reifen braucht, ist keine Neuigkeit. Dass sich die Reifen-Wechselintervalle immer öfter verschieben und die Winterreifen-Regel von O bis O („von Oktober bis Ostern“) aufgrund der warmen Wintermonate immer mehr aufweicht, lässt sich ebenfalls beobachten. Doch worauf kommt es bei der Reifenwahl eigentlich an? Im Internet soll Verbrauchern bei der Wahl geholfen werden – mit diversen Produkttests. Diese können jedoch nur dann hilfreich sein, wenn klar ist, worauf Verbraucher bei der Wahl achten müssen.

Auf diese Faktoren kommt es bei Reifentests grundsätzlich an

  • Anti-Aquaplaning-Eigenschaften
  • Bremsweg auf trockener bzw. nasser Fahrbahn
  • Fahrverhalten bei extremen Wetterlagen (Eis, Schnee, Frost)
  • Geräuschpegel
  • Kraftstoffverbrauch
  • Stabilität in Kurven

Nach jedem saisonal bedingten Reifenwechsel sollten die Reifen geprüft werden. Ist die Profiltiefe noch ausreichend? Sind die Reifen schon zu alt? Im Idealfall kann dann nach einem Blick in einen Reifentest antizyklisch ein neuer Satz Reifen gekauft werden. Winterreifen im Frühjahr und Sommerreifen im Winter zu kaufen, ist häufig günstiger.

GTÜ zeigt im Test, wie unterschiedlich das Bremsverhalten ist

Das Bremsverhalten ist ein wichtiger Parameter in Reifentests. Doch dieses Thema hat zahlreiche Facetten: Der Bremsweg variiert massiv – und zwar je nach den Straßenverhältnissen. Einem Test der Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ) lässt sich entnehmen, dass vor allem Importreifen aus Asien schlecht abschneiden, wenn es um den Bremsweg auf trockener Straße (!) geht. Getestet wurde das Bremsverhalten. Die Aufgabe hieß, mit Tempo 100 eine Vollbremsung hinzulegen. Das Fahrzeug mit den besten Reifen kam nach 49,9 Metern zum Stehen. Zum Vergleich: Die zwei schlechteren Modelle im Test fuhren an diesem 50-Meter-Punkt noch 33,5 bzw. 44 Stundenkilometer und kamen erst bei 56,2 bzw. 61,9 Metern zum Stehen.

Fazit in diesem Test: Namhafte Hersteller investieren viel Geld in die Entwicklung ihrer Reifen – auch und vor allem, um die Bremswege zu verringern und die Abstimmung mit Fahrerassistenzsystemen zu verbessern. Neben dem schlechteren Bremsverhalten habe sich in Tests zu Billigreifen auch gezeigt, dass sie einer hohen Belastung nur schwerlich standhalten.

Entscheidende Prüfkriterien für Autoreifen sind der Bremsweg auf trockener und nasser Fahrbahn, der Rollwiderstand, der sich auf den Kraftstoffverbrauch auswirkt, und die Fahrgeräusche. All diese Werte sind im EU-Reifenlabel dokumentiert (Abb2).

Der ADAC stellt Ultra High Performance Reifen auf den Prüfstand

Ein hoher Geschwindigkeitsindex, ein niedriges Profil und bestes Leistungsvermögen – das sind die Eigenschaften, mit denen die Hersteller 225/40 R18-Sommerreifen bewerben, die im Mittelklassesektor regelmäßig zu finden sind. Den Fokus legten die ADAC-Tester auf das Fahrverhalten bei Nässe. Das Fahrverhalten bei Trockenheit und die Reifenlebensdauer sowie Geräuschentwicklung und Kraftstoffverbrauch waren weitere Prüfparameter.

Fazit in diesem Test: Gleich vier Reifen beschlossen diesen ADAC-Test mit der Note „gut“. Der Continental Premium Contact 6, der Michelin Pilot Sport 4, der Goodyear Eagle F1 Asymmetric und der Maxxis Victra Sport 5. Der ADAC erklärte diese vier Reifen zu den besten „Allroundern“, die sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn mit guten Fahreigenschaften glänzten. Während Continental, Michelin und Goodyear durchaus zu den bekannten Reifengrößen zählen, platzierte der ADAC mit Maxxis auch einen Reifenhersteller aus Taiwan. Cheng Shin liegt auf Rang 9 der weltweit größten Reifenhersteller.

Bezüglich der Reifenwahl (unabhängig davon ob es sich um 225/40 R18-Sommerreifen oder eine andere Reifenart handelt) rät der ADAC dazu, das EU-Reifenlabel unter die Lupe zu nehmen. Dieses dokumentiere Informationen zum Rollwiderstand, zu den Nassbremseigenschaften sowie zu den Außenfahrgeräuschen.

  • Der Rollwiderstand zeigt an, wie effizient der Reifen in puncto Kraftstoffverbrauch ist. Unterschiede von bis zu 7,5 Prozent in den Klassen A bis G sind hier möglich.
  • Die Nassbremseigenschaften zeigen, wie sich die Bremswege unterscheiden. Hier gibt es Unterscheide und Abweichungen von bis zu 40 Prozent zwischen Reifen der Klasse A und der Klasse F. In Zahlen bedeutet das, dass sich der Bremsweg um 28 Meter verlängern könnte.
  • Die Fahrgeräusche werden hingegen grafisch dargestellt – je weniger Ringe das Symbol zeigt, desto leiser ist das Fahrverhalten der Reifen. Ein Ring bedeutet, dass der gesetzlich vorgegebene Grenzwert um 3 dB (A) unterschritten wird.

Die Stiftung Warentest verweist ebenfalls auf den ADAC-Test

Seitens der Stiftung Warentest gibt es nicht etwa ein eigenes Testmodell, sondern ebenfalls einen Verweis auf die umfangreichen ADAC-Tests. Zudem verweist die Stiftung Warentest auf die wichtigsten Parameter bei der Reifenwahl:

  • Sommerreifen sollten auf nasser und auf trockener Fahrbahn kaum zu hören sein, wenig Kraftstoff verbrauchen und in puncto Lenk-, Antriebs- und Bremsverhalten gut sein. Den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Reifen mache beispielsweise die Profilgestaltung aus. Breite Längsrillen seien laut Stiftung Warentest besonders gut, damit die Reifen den Kontakt zur Fahrbahn halten können. Das verhindere Aquaplaning.
  • Eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern ist in Europa vorgeschrieben. Abgefahrene Reifen können nicht nur ein Sicherheitsrisiko darstellen, sondern sie können den Fahrzeughalter auch teuer zu stehen kommen. Laut Bußgeldkatalog werden abgefahrene Reifen mit 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet. Die Profiltiefe von 1,6 Millimetern ist jedoch das absolute Minimum; Empfehlungen zufolge sollten Reifen bereits bei einer Profiltiefe von 3 bis 4 Millimetern gewechselt werden. Wer wenig fährt, sollte zusätzlich zur Profiltiefe auch das Alter der Reifen im Blick behalten. Nach acht Jahren sollte jeder Autoreifen gewechselt werden. Die sogenannte DOT-Nummer, die die Redaktion von Autobild online erklärt, zeigt an, wie alt der Reifen ist.

Abbildung 1: pixabay.com © Mylene2401 (CC0 Public Domain)

Abbildung 2: pixabay.com © rkit (CC0 Public Domain)