Ach, die Tuning-Welt ist inzwischen so schön einfach geworden. Für nahezu jedes neue Modell gibt es binnen kürzester Zeit Angebote für eine neue Steuersoftware oder zusätzliche Steuergeräte auf dem Markt. Aufgespielt bzw. angeschlossen treiben sie vor allem bei Turbofahrzeugen die Leistung nach oben. Und das alles ohne Eingriffe in die Hardware. Doch macht diese Art des Tunings Sinn? Sollte man nicht viel lieber die Anpassung der Software als ein Teil vom Ganzen sehen? Schließlich bedeutet ein softwareseitig angehobener Ladedruck nicht nur mehr PS und Drehmoment – gleichzeitig werden auch die Abgase heißer und der Gegendruck, mit dem der Turbolader zu kämpfen hat, steigt. Dem entgegenwirken kann man beispielsweise mit einer angepassten Abgasanlage. Und Veränderungen am Abgasstrang machen auch gänzlich ohne Softwareanpassungen Sinn.

Denn schon im Serienzustand wird in diesem Bereich noch lange nicht das Letztmögliche aus der Hardware herausgeholt. Schließlich lautet die oberste Prämisse der Hersteller nicht, möglichst viel Leistung zu generieren, sondern möglichst stark gereinigte Abgase in die Umwelt zu entlassen. Wer nun denkt, das eine schlösse das andere aus, der irrt.

Einen großen Teil zur Optimierung trägt bereits das erste Teil der Abgasanlage – das Hosenrohr bzw. die Downpipe – bei. Bei Turbofahrzeugen folgt es unmittelbar an den Turbo, was sein Potenzial bereits erahnen lässt. Den an dieser Stelle entsteht der größte Abgasrückstau. Es gilt also, selbigen durch geeignete Maßnahmen zu reduzieren. Bis zu 18 kW können durch die Verwendung einer optimal angepassten Downpipe rausgeholt werden.

Erreicht werden kann diese Leistungssteigerung, indem man den Durchmesser des gesamten Bauteils vergrößert, hochwertigere Metall-Kats (200 Zellen) verbaut und den Verlauf der Abgase optimiert. Vor allem die „Knicke“, die der Anpassung der Downpipe an die bauartlichen Gegebenheiten geschuldet sind, gilt es zu „entschärfen“. Schon ein paar mehr Grad in der Kurve lassen die Abgase schneller durchfließen, verringern damit den Abgasgegendruck und lassen den Turbolader schneller hochdrehen – was ein schnelleres Erreichen des optimalen Turbodrucks ermöglichen. Im Klartext heißt das natürlich: Der Motor spricht schneller an und beschleunigt schneller. Ein weiterer Vorteil einer optimierten Downpipe ist das oftmals zusätzlich erreichte, deutlich bessere Klangbild.

Beim Kauf eines neuen Hosenrohrs bzw. einer Dowpipe sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass diese ein ECE-Prüfzeichen aufweist. Denn nur dann kann das Teil ohne zusätzliche Eintragungen verbaut werden. Bei Downpipes ohne ECE-Zeichen wird oftmals auf einen oder beide Kats verzichtet, wodurch diese Versionen dann nur bei Motorsportveranstaltungen genutzt werden dürfen.