Semislicks haben wenig Profil und ganz viel Grip. Mit ihnen lassen sich rasante Kurven im halsbrecherischen Tempo nehmen. Wenn es unerwartet nass auf der Straße wird, könnte es allerdings lebensgefährlich werden, falls die Reifen nicht von höchster Qualität sind und das eigene Fahrkönnen nicht auf Weltmeisterniveau liegt. Der Pirelli Trofeo R soll die perfekten Eigenschaften für einen heißen Nachmittag auf dem Nürburgring mitbringen. Stimmt das?

Was können Semislicks?

Semislicks liegen zwischen herkömmlichen Sportreifen und nicht zugelassenen Rennslicks ohne eine einzige Profilrille. Semislicks kleben wie Kaugummi auf trockenem Asphalt und lassen sich auch in scharfen Kurven nicht aus der Bahn werfen. Der geringere Negativprofilanteil lässt eine größere Aufstandsfläche zu. Die Profile sind weniger als 5 mm tief und das wiederum mindert die Walkarbeit der Profilblöcke. In Kombination mit einer supergriffigen und watteweichen Gummimischung ist das die Basis für perfekten Fahrspaß bei schönem Wetter.

So manches Fahrzeug mutiert mit den passenden Semislicks buchstäblich zum Pistenbiest. Es macht einen Riesenspaß, wenn das Auto sich knackig lenken lässt, die Lenkbewegungen zuverlässig zurückmeldet und die G-Kräfte mit Warp-Geschwindigkeit deutlich spürbar ansteigen – Whow, dieses Gefühl ist mit nichts zu vergleichen.

Fahrer können mit perfekten Reifen sicher sein, dass das Auto wie festgenagelt auf der Straße läuft. Damit das Ganze mit einem Höchstmaß an Spaß und Sicherheit einhergeht, muss der Reifendruck perfekt eingestellt werden. Hier gilt, sich immer nach den Herstellerempfehlungen zu richten. Als Faustregel lässt sich sagen, dass dieser im Schnitt etwa 0,5 bar unter dem Reifendruck des Serienreifens liegt. Mit einem solchen Reifen lassen sich spielend und ohne Angstschweiß Wahnsinnsrundenzeiten erreichen.

Der Pirelli Trofeo R im Fokus

Der Pirelli Trofeo R ist ein gripstarker Semislick mit Straßenzulassung. Das bedeutet, dass damit nicht nur Rennen gefahren werden können, sondern eben auch der Weg von zuhause zum Veranstaltungsort mit dem Reifen zurückgelegt werden darf.

Der Reifen verfügt über innovative, sehr flache Profile, die asymmetrisch auf dem Reifen angeordnet sind. Der Reifen ist perfekt für den Einsatz auf trockenem Asphalt geeignet. Er wurde vor Pirelli mit Blick auf motorenstarke Automarken wie Porsche, Ferrari, BMW und Lamborghini entwickelt. Vor Augen hatten die Ingenieure das Ziel, Leistungsfähigkeit an die Obergrenze zu bringen, damit auch extreme Fahrzeuge super sicher fahren, insbesondere auf Rennstrecken.

Rennstrecken stellen eine Ausnahmesituation in punkto Belastung dar. Deshalb müssen Semislicks auch Ausnahmereifen sein, die beste Performance bieten. Der Pirelli Trofeo R reagiert schnell und prompt auf Lenkbewegungen und gewährleistet selbst in kritischen Situationen ein Höchstmaß an Halt auf der Straße. Auf nassem Asphalt aber würde dieser Reifen genauso wie andere Semislicks wegrutschen. Für trockene Ausfallstraßen ist er perfekt, für feuchte und nasse Straßen absolut nicht zu empfehlen. Wenn es sich aber nicht vermeiden lässt über Nässe zu fahren, sollten Fahrer das Tempo deutlich drosseln. Andernfalls droht Aquaplaning.

Der Trofeo R ist mit einer brandneuen Gummimischung hergestellt, die sich HAOF (highly aromatic oil free) nennt. Der Reifen ist noch stabiler geworden, bietet einem perfekten Seitenhalt auf trockenen Straßen und verspricht eine verlängerte Laufzeit, weil der Verschleiß vergleichsweise gering ist. Der Pirelli ist kein Semislick für jeden Tag, aber ein echter Knaller auf der Piste und bei sonnigen Verhältnissen auf der Autobahn.

Für Zuschauer sind Autorennen eine attraktive Freizeitbeschäftigung. pixabay.com © blickwinkler (CC0 Creative Commons)

Der richtige Reifendruck des Trofeo R

Der Reifen weist eine eher steife Bauweise auf. Das bedeutet, dass bei den gesteigerten Ansprüchen eines Rennens kein höherer Druck erforderlich ist. Der Hersteller gibt einen Wert von 2 bar an und verweist darauf, dass der Druck dem Fahrzeugtyp anzupassen ist. Was das heißt, ist einer detaillierten Aufstellung auf der Website von Pirelli zu entnehmen. Dort wird der Betriebsdruck bzw. den Druck des Reifens bei Betriebstemperatur erläutert.

Wie ist der Reifendruck richtig einzustellen?

Den Reifendruck für ein Rennen richtig einzustellen, ist eine Wissenschaft für sich. Zunächst einmal muss der Reifen kalt sein. Dabei ist der Betriebsdruck um 0,4 bar geringer einzufüllen. Dann geht es ans Aufwärmen und das heißt, drei bis vier Runden drehen und dann zurück in die Boxengasse. Sofort nach dem Einfahren ist der Betriebsdruck des Reifens optimal einzustellen. Außerdem ist es unverzichtbar, den Druck des Reifens regelmäßig zu überprüfen.

Pirellis Empfehlung lautet, normale Druckluft zu Befüllung zu verwenden. Es ist nicht ratsam Stickstoff oder andere spezielle Gase für Rennreifen einzusetzen, vorausgesetzt, die Druckluft ist nicht übermäßig feucht. Damit das Rennen ein siegreiches Fest wird, ist es von großer Bedeutung, nur qualitativ hochwertige Luftdruckprüfer einzusetzen. Andernfalls ist die Angabe der Werte nicht korrekt. Noch ein Praxistipp: Ventilschäfte aus Metall an den Felgen sind am besten geeignet, weil sie hitzeresistent sind. Gummiventilschäfte hingegen sind es nicht.

Ist das Rennen vorbei und das Auto fährt mit den Semislicks über öffentliche Straßen zurück in die heimische Garage, muss der Luftdruck unbedingt wieder auf das normale Level gesenkt werden.

Der Pirelli Trofeo R auf der Rennstrecke

Der Reifen sollte in einem perfekten Betriebszustand sein, wenn es auf die Rennstrecke geht. Dazu sollten Bremsen Lenkung und Aufhängung aufeinander abgestimmt sein und effizient zusammenarbeiten. Geht es um Langstreckenrennen, sollten die Bremsbeläge ausgetauscht werden. Rennbremsbeläge sind wesentlich hitzebeständiger und halten den hohen Belastungen eines Autorennens deutlich besser stand.

Alles in allem lässt sich das Fazit ziehen, dass der Pirelli Trofeo R für Autorennen perfekt geeignet ist und mit Sicherheit die Chancen auf gute Fahrzeiten maximiert.

Vom ambitionierten Sportwagenfahrer zum Rennsportpilot

Wer jetzt Blut geleckt hat und sich intensiv mit dem Rennsport beschäftigen will, findet diverse Lehrgänge von Veranstaltern, die am Nürburgring stattfinden, der erklärten Geburtsstätte für viele Rennfahrer. Um sich auf Hobby-Ebene mit Rennsport zu beschäftigen, eignen sich auch legale Autorennen, bei denen fast jeder mitmischen kann.

Legale Autorennen für Hobby-Rennfahrer

Legale Autorennen wie das ¼ Meilen Rennen auf dem Flugplatz in Brilon (NRW) sind äußerst beliebt und finden regen Anklang bei Hobby-Rennfahren und Zuschauern. Melden kann sich jeder, der einen zugelassenen Pkw fährt, einen gültigen Führerschein besitzt und eine Haftpflichtversicherung nachweist. Wer mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug startet, muss verpflichtend einen Helm tragen. Viel mehr Sicherheitsvorkehrungen werden nicht verlang, doch der Teufel steckt im Detail und wenn der Leichtsinn mitfährt, kann es gefährlicher als nötig werden.