Seitdem der Tesla ankündigte, nahe Berlin eine Mega-Fabrik für Elektroautos zu bauen, gibt es kontroverse Diskussionen. Auf der einen Seite finden wir die Fans und Bewunderer der Marke, die den Prestigebau unterstützen. Auf der anderen Seite steht jene Gruppe, die massive Umweltbedenken anmerkt. Und dann sind da noch die gesetzlichen Vorschriften, die den Bau deutlich erschweren. Derzeit nehmen die Schwierigkeiten beim Bau im brandenburgischen Grünheide nicht weniger.

Tesla konnte in der Region für einen kleinen Aufschwung sorgen und dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen. Besonders jetzt nach der Corona Krise kommt das Unternehmen aus Palo Alto (Kalifornien) zum richtigen Zeitpunkt. Wäre da nicht …

Tesla und die Schwierigkeiten beim Bau

Die Gigafactory soll in nicht einmal 12 Monaten fertig sein. Ein Megaprojekt für Deutschland, das unter normalen Umständen Jahre, wenn nicht Jahrzehnte benötigen würde. Doch Tesla setzt alles daran, seine Pläne im vorgefassten Zeitraum umzusetzen. Die Probleme sind massiv. Doch Elon Musk, der selbst ja sehr umstritten ist, kennt sich mit solchen Problemen bestens aus.

Die Pläne von Musk

Der Baustart, der immer wieder unterbrochen werden muss, fand bereits Anfang 2020 statt. Bereits im Juli 2021 soll das erste Tesla Model Y vom Band laufen. Kurz danach das Model 3. Die Investitionskosten liegen bei über 1 Milliarde Euro. Etwa 12.000 Beschäftigte sollen in einem Dreischichtbetrieb einen neuen Arbeitsplatz finden. Um die 100.000 Fahrzeuge sollen pro Jahr gebaut werden.

Klingt das wirklich realistisch? Ein Vergleich bietet dazu die Gläserne Manufaktur in Dresden, einer der Produktionssitze von VW. Gebaut wurde von Mitte 1999 bis März 2002. Auch dort gab es große Einsprüche von Umweltverbänden, die nicht nur die Natur, sondern auch die Vögel gefährdet sahen.

Das Wasser

Aktuell schlägt der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) kritische Worte an. Der Verband, der für die Wasserlieferung verantwortlich ist, hat die Pläne für die geplante Wasserversorgung zunächst gestoppt. Der regionale Anbieter befürchtet, dass in naher Zukunft die Wasserversorgung für das Werk und die Bevölkerung nicht ausreichen könnte. Dabei spielt auch die Befürchtung eine Rolle, dass sich in den kommenden Jahren vor allem zahlreiche Mitarbeiter in der Region ansiedeln könnten, was den Wasserverbrauch noch einmal erhöhen würde. Der Konzern benötigt für sein Werk in Grünheide etwa 1,5 Millionen Kubikmeter an Wasser pro Jahr. Der Vertrag ist eigentlich bereits ausgehandelt, aber seitens Tesla noch immer nicht unterschrieben.

Tesla lenkt ein

Schon vor wenigen Tagen wurde bekannt, das Elon Musk seine Pläne überdacht hat. Nun soll das geplante Werk deutlich kleiner werden und die Batterieproduktion soll es dort zunächst nicht geben. Teslas sind nicht so „grün“, wie sie scheinen, lautet aber weiterhin der Vorwurf  vieler Gegner. Bei dem Bau der großen Fabrik ist also auch weiterhin mit Verzögerungen zu rechnen. Andererseits ist Musk eben auch kein Mann, der ein Nein oder Widersprüche generell akzeptiert. Schon in der Vergangenheit hat er gezeigt, das er immer einen Ausweg findet. Und es gehört mittlerweile ja fast zur deutschen Kultur, jedes größere Bauvorhaben mit Einsprüchen und kritischen Anmerkungen zu verzögern. Unsere Prognose: In spätestens zwei Jahren dürfte Tesla seine Fabrik eröffnen.