Driven: Suzuki Swift Sport

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Mittlerweile findet sich für jeden Anspruch das passende Auto. Egal ob sie hoch sitzen, breit fahren, die Eisbären schützen oder alles auf einmal wollen. Es gibt für jedes Problem eine Lösung. So sagt es uns zumindest das Marketing der Hersteller. Doch in all diesem Nischenwahn hat man eine besonders reizvolle Gruppe Automobil verloren, die kleinen Spaßmacher.

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Sicher, ganz Findige werden jetzt den MINI oder den DS3 anführen, doch Hand aufs Herz, das Gros dieser Lifestylemobile wird doch eher im Sinne der bunten Haubenverzierungen, als im Sinne der Herbrennung (© Der Reitwagen) genutzt. Und der Polo GTI, wie auch seine Plattformbrüder fallen allein schon wegen des nicht abbestellbaren Doppelkupplungsgetriebes aus. Klar, das automatische Getriebe kann alles besser als man selbst, aber genau darum geht es doch. Ums Fahren. Ums Gefühl.

Und das bringt uns zum Suzuki Swift Sport. Mit seinem 1600er Vierzylinder und den fast kärglichen 136 PS, die das Datenblatt ausweist, hat er eigentlich schon vor dem ersten Schlüsseldreh verloren. Keine atemberaubenden 0-100km/h-Zeiten, kein Turbolader, kein adaptives Fahrwerk, keine digitalen Sperrdifferenziale. Nichts. Nur Du, das Sechsganggetriebe und ein Drehzahlmesser, der sich erst ab 7500 Umdrehungen rot färbt. Dazu Sportsitze die Dich fest im Griff haben, eine erstaunlich geräumige Kabine und auch sonst alles, was das Leben im Auto angenehm macht.

Und doch ist der Swift trotz Klimaautomatik, Xenon-Licht, Bluetooth, Tempomat und all dem anderen Komfort ein herrlich leichtes Auto. Gute 1100kg weist das Datenblatt aus und das hat viele Effekte. Zum einen ist das gut für den Verbrauch, zum anderen fürs Handling – und für die Performance im Allgemeinen natürlich auch. Denn wo kein Gewicht, da muss der Motor auch nicht schwer schleppen. So relativieren sich auch die 136 PS. Vor allem, wenn sie so dargereicht werden wie im Suzuki. Kein Drehmomenthammer, der die Vorderräder hilflos überfordert, sondern echte PS, die ganz oben auf der Drehzahlleiter warten – und es ist eine lange Leiter. Eine richtig schön lange Leiter. Kletterst Du sie bei voll geöffneter Drosselklappe empor, wirft sich der Swift auch akustisch so richtig ins Zeug. Das saugt, schlürft und röhrt, dass es Dir die Nackenhaare aufstellt. Die Sechsgangbox passt mit ihrer kurzen Gesamtübersetzung und der mehr als engen Gangstaffelung wunderbar zum Charakter des Suzuki.

Ein bisschen ist man an die goldenen Zeiten von 205 GTI und Co. erinnert, wenn sich der 1600er freudig dem Begrenzer entgegenfräst. Und dabei sind wir noch nicht einmal abgebogen. Hier wird der Spaß nur noch größer. Die Lenkung ist zielgenau, präzise und gibt Dir immer das Gefühl zu wissen, wieviel Gas noch angelegt werden kann. Und ist es einmal zuviel gewesen lupfst Du kurz das Pedal und das Heck dreht sich elegant in die Kurve. Ganz ohne Drama, ganz ohne Hektik, einfach gut. Das Fahrwerk ist wirklich der kongeniale Partner des Vierzylinders. Willst Du nicht, nervt es nicht, rollt geschmeidig über alle Unwegbarkeiten, gibst Du Feuer, ist der Swift voll da. Wer hier nach einem Sport-Knopf sucht, sollte besser nochmal in die Fahrschule gehen.

Denn man muss den Suzuki verstehen. Er ist ein diskretes Auto. Auch 17-Zollfelgen und Doppelrohrauspuff lassen ihn vor der Eisdiele nicht auf der Poleposition stehen. Wir schätzen diese Eigenschaft, zeugt sie doch von der Klasse des Swift. Er gibt nicht vor etwas zu sein, er ist es einfach. Ein Auto für jeden Tag. Unauffällig und effektiv. Ein Auto zum Fahren. Weil es Spaß macht. Herrlich.

Technische Daten
Modell: Suzuki Swift Sport
Motor: Vierzylinder Benzin, 1586 ccm
Leistung: 100 kW/136 PS
Drehmoment:160 Nm
Antrieb: Front, Sechsang manuell,
Verbrauch: 7,5 Liter/100 Km Benzin
0-100km/h: 8,0 Sek.
Vmax: 190 km/h
Preis: ab 18.490 Euro

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