Dieser Tage hat Land Rover angekündigt, den Classic Range Rover aus den 70ern in einer Kleinstserie wieder aufleben zu lassen. Gerne ist es der Rover, der von den Medien als erster moderner SUV bezeichnet wird. Konnte man ihn doch sowohl auf einer Wiese in den schottischen Highlands, als auch vor den Opern in London, Mailand oder Wien parken. Dabei vergessen viele, dass Ende der 1980er Jahre eine ganz andere Marke Wegbegründer der „Sports Utility Vehicle“ war.

Bei vielen in Vergessenheit geraten: der Lamborghini LM002. Ein Auto wie ein Panzerschrank oder alternativ für einen Mad-Max-Endzeitfilm erdacht. Zugegeben: Optisch konnte dieser Wagen nicht wirklich mit einem Countach oder Diablo mithalten – musste er aber auch nicht! Denn ursprünglich wurde der LM002, als Nachfolger für den Jeep, Ende der 1970er Jahre für das US-Militär entwickelt. Bekanntermaßen wurde daraus nichts und der Zuschlag für das neue Geländefahrzeug der US-Streitkräfte ging an AM General und den HUMVEE – besser bekannt unter seinem zivilen Namen: Hummer H1. Zu dieser Zeit war der LM002 auch noch kein waschechter Lamborghini, sondern wurde von den Italienern nur in Auftrag für eine US-Firma konstruiert.

Unter der Motorhaube schlummerte damals noch ein Ami-V8 von AMC mit 5,7-Liter Hubraum. Nachdem das militärische Projekt fehlschlug, man aber dennoch Unsummen für die Entwicklung ausgegeben hatte, wagte Lamborghini schließlich den Schritt in das zivile Geschäft. Und so kam es, dass der LM002 mit einem 5,2-Liter V12 Motor – entliehen aus dem Countach – ab 1986 offiziell verkauft wurde. Er leistete ca. 450 PS und erreichte eine Endgeschwindigkeit von ca. 200 km/h pro Stunde. Und das in einer Zeit als man Angst hatte, mit einem Range Rover Classic mehr als 120 auf der Autobahn zu fahren!

Weit gekommen ist man bei dem Tempo freilich nicht. Zwar hatte man einen mindestens 180 Liter (!) Tank verbaut (optional 290 und 400 Liter) – bei einem Verbrauch von durchschnittlich 26 – 47 Litern auf 100 Kilometer reichte diese Menge im schlimmsten Fall nicht einmal für 300 Kilometer. Die 500 Nm, die der V12 leistete, schoben den 2,7 Tonnen Koloss in acht Sekunden auf Landstraßentempo.

Der Ausflug von Lamborghini in die Welt der Geländewagen blieb kurz: bereits 1993 endete die Produktion des LM002 nach etwas mehr als 300 Stück. Heute werden diese Fahrzeuge für bis zu 200.000 Euro veräußert. Der in diesem Beitrag gezeigte Lamborghini LM002 wechselte auf der Scodsdale Auction des Auktionshauses Bonhams für etwas mehr als 170.000 Euro den Besitzer. Ob das geplante Nachfolgermodell, der Lamborghini Urus, ebenfalls einen solchen Kultstatus erreichen wird – sollte er je gebaut werden – bleibt abzuwarten. Wer sich zum Schluss übrigens fragt, wofür das LM im Namen steht – Lamborghini Military ist die simple Antwort.

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