Ford wird auf dem kommenden Genfer Autosalon neben dem ohnehin neuen Fiesta auch das (vorläufige) Topmodell der Baureihe vorstellen. Und hier gibt es gleich zwei Überraschungen: der neue ST wird einen Zylinder weniger haben als sein Vorgänger und: er mag so manchen, der seine Hoffnung nicht aufgegeben hatte, Ford würde mit dem neuen Fiesta ST nun endlich mal einen echten Racer präsentieren, etwas enttäuschen.

Denn das, was wir auf den ersten Bildern sehen, reiht sich nahtlos in die bisherige ST-Philosophie ein, was ja auch nichts schlechtes sein muss. Wo so mancher bei deutlich geringerer Motorleistung schon mit vier Endrohren um sich schlägt, belässt es Ford bei einem Doppelendrohr. Der Dachkantenspoiler am Heck wirkt beinahe niedlich, das können die 18-Zoll-Felgen auch nicht mehr groß herausreißen. Die Front wiederum haben die Kölner ausreichend aggressiv gestaltet – die war ja auch schon eher die Schokoladenseite des Vorgängers. Was sodann bei Hubraumverfechtern für Schnappatmung sorgen dürfte, nennt sich bei Ford 1,5-Liter-Ecoboost. Dieser Turbomotor hat lediglich drei Zylinder, spart einen davon während der Fahrt per Zylinderabschaltung noch zusätzlich ein, verfügt wie der (hier von uns getestete) Vorgänger-Fiesta ST200 über 200 PS und 290 Newtonmeter Drehmoment und absolviert den Sprint auf 100 Km/h in 6,7 Sekunden – ebenfalls exakt so schnell wie der ST200.

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Damit der neue ST trotz seiner wenigen Zylinder nicht so knatterig daherkommt, versucht man bei Ford, per „aktiver Geräuschkompensation“ und „Electronic Sound Enhancement“, kurz: Sound aus der Dose, etwas entgegenzusteuern. Der Fahrer wird selbst über einen Fahrprogrammschalter (möglich sind NormalSport und Track) darauf Einfluss nehmen können, ebenso auf das Ansprechverhalten des Motors und der Lenkung sowie die Fahrassistenzsysteme. Auch im neuen ST vertraut Ford auf das sogenannte Torque Vectoring, das mit gezieltem Bremseingriff eine „bestmögliche Drehmomentverteilung“ ermöglichen soll. Wieder kein Sperrdifferential. Schade.

Doch das kann ja auch Hoffnung geben: der neue ST lässt noch so viel Raum nach oben, dass genug Platz für einen Fiesta RS ist. Den wir ja schon seit Jahren wollen – vielleicht wird es ja jetzt etwas, das Potenzial scheint vorhanden. Wem auch der neue ST reicht: die Premiere feiert Ford auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März), ausgeliefert wird der Hot Hatch (wahlweise als Drei- oder Fünftürer) jedoch erst ab Anfang 2018.

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