Bislang war der GLC von Mercedes mehr das Auto für Kunden, denen die hohe Einstiegsposition zugute kam und nicht gerade für diejenigen, die eine starke Längs- (und mittlerweile auch Quer-) Performance bevorzugten. Wer also eigentlich einen C 63 wollte, schaute in die Röhre oder bislang in einen GLC 43, musste sich also den V8-Sound und seinen Schub hinzudenken. Das ändert sich jetzt: Die Mercedes-AMG-Abteilung hat nun den GLC 63 4Matic+ und das GLC 63 4Matic+ Coupé vorgestellt.

Der neueste Dampfhammer, der seine Weltpremiere auf der New York International Auto Show (14. bis 23. April) feiert, kommt in den Varianten GLC 63 und GLC 63 S mit dem altbekannten Vierliter-V8-Biturbo und den Leistungsstufen 476 PS und 510 PS – folglich analog zur C-Klasse. Damit bildet der starke GLC eine Sonderstellung in seinem Segment, denn Motorleistungen über 400 – geschweige denn über 500 PS – bieten weder Audi im SQ5 (354 PS) noch BMW im bereits leicht ergrauten X3. Auch Jaguar hat in seinen F-Pace bislang noch nicht den V8-Motor aus dem F-Type eingebaut, lediglich Alfa Romeo wird ab Herbst mit dem Stelvio Quadrifoglio Verde und 510 PS mithalten können.

Optisch zeigt der GLC 63 (S) in jeder Hinsicht, was er hat: auffällig ist insbesondere die Front mit dem sogenannten Panamericana-Kühlergrill, der bislang noch nie bei einem anderen Auto außer dem AMG GT zum Einsatz kam. Die aggressive Frontschürze mit grobmaschigen Lufteinlässen, titangrau lackierte 19- und 20-Zoll-Felgen (es sind Größen bis 21 Zoll verfügbar), rote Bremssättel bei der S-Variante und nicht zuletzt die obligatorische vierflutige Abgasanlage sind unverkennbare Anzeichen für die Power, die dieses SUV bietet: reizt man die 510 PS aus, sprintet man bei Bedarf in 3,8 Sekunden auf Landstraßentempo, die 476 PS-Variante benötigt 0,2 Sekunden mehr. Möglich machen das trotz des hohen Gewichts von knapp zwei Tonnen der Allradantrieb 4Matic+ und das Neungang-AMG Speedshift MCT Getriebe. Beides kennen wir aus dem letztes Jahr vorgestellten E 63.

So wird der GLC im normalen Betrieb nur über die Hinterachse angetrieben. Sobald die Steuerung jedoch Möglichkeiten für den Einsatz der Vorderachse erkennt, kann über eine elektromechanisch geregelte Kupplung vollvariabel auf Allradantrieb umgeschaltet werden – entweder auf Fahrerwunsch oder eben vollautomatisch. Der aus dem E 63 ebenfalls bekannte „Drift-Mode“, in dem dann ausschließlich die Hinterachse angetrieben wird, dürfte allerdings im GLC nicht zum Einsatz kommen, selbst wenn das S-Modell zusätzlich den Fahrmodus „Race“ bietet. Das wäre vielleicht etwas zu viel des Guten – vermutlich wird der GLC auch deshalb stets bei 250 Km/h abgeregelt.

Das Fahrwerk des GLC 63 ist ebenfalls noch ein paar Worte wert: AMG setzt hier auf ein Mehrkammer-Luftfahrwerk mit einer neu entwickelten Vorderachse, die Einflüsse der maximal 700 Newtonmeter auf die Lenkung nochmals reduzieren soll. Die Luftfederung kann dreistufig von komfortabel („Comfort“) bis sportlich („Sport Plus“) eingestellt werden. An der Hinterachse vertraut man auf die Technik des großen Bruders E 63, ein spezieller Hinterachsträger ermöglicht eine breitere Spur im Vergleich zu den Serienmodellen. Ferner wird ein Sperrdifferential verbaut – im Falle des GLC 63 ist es ein mechanisch, der GLC 63 S vertraut auf ein elektronisch geregeltes System.

Sich bitten lässt sich Mercedes-AMG hingegen im Interieur: serienmäßig sitzen Fahrer und Beifahrer nämlich lediglich auf mit Kunstleder bezogenen Sitzen – dem Einstandspreis von geschätzten 80.000 Euro nicht angemessen, wie wir finden. Wer es exklusiver möchte, kann zum Einstand bei SUV und Coupé auch das Edition 1-Paket wählen, das farbliche Akzente in Gelb oder Graphitgrau (abhängig von der Außenfarbe) setzt sowie eine umfangreichere Serienausstattung bietet. Die Markteinführung des V8-SUV wird im September erfolgen, der Verkauf startet am 16. Juni dieses Jahres.

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