McLaren hatte so manchen ganz schön gelinkt, als sie vor einigen Tagen ein Bild des neuesten Streiches aus Woking der Netzgemeinde präsentierten. Es zeigte einen Teil der Heckansicht, die dem McLaren 570S (als Spider übrigens hier bei uns im Test) sehr ähnlich sah. Doch ein wichtiges Element fehlte: das Endrohr der Abgasanlage. Sofort begann man zu spekulieren, McLaren würde nun seinen ersten Voll-Elektro-Sportwagen auf den Markt bringen. Was sich nach nur kurzer Zeit als herrliche Finte erwies, brachten die Briten doch gleich das nächste Bild auf den Weg, das zwei Endrohre zeigt, die unmittelbar vom Motorraum gen Himmel zeigen. So ganz nach dem Motto: „Seid Ihr eigentlich noch ganz dicht?“

Nun steht er vor uns, der McLaren 600LT. Wie auch schon sein großer Bruder 675LT (aus dem später der 720S wurde), sind die LT-Modelle (LT steht in Anlehnung an den McLaren F1 GTR für „Longtail“) bei McLaren so etwas wie die GT-Modelle für Porsche: leichter, reduzierter, mehr Leistung, mehr Dynamik und knappere Verfügbarkeit. Für die Entwicklung griffen die Ingenieure auf etwa 25 Prozent des Basisautos 570S Coupé zu und versuchten, aus dem ohnehin nicht besonders schweren Auto (1.440 Kilogramm fahrfertig) ein noch leichteres zu machen. Selbstverständlich setzt daher auch der 600LT auf das bekannte Kohlefaser-Monocoque, das allerdings durch eine speziell entwickelte und abermals leichtere Kohlefaser-Karosserie ergänzt wird. Im Innenraum stechen Rennsitze aus dem McLaren P1 hervor, wer es noch leichter haben möchte, kann über die McLaren Special Operations-Abteilung auf die abermals leichteren Sitze aus dem McLaren Senna zurückgreifen, ein Dach oder belüftete Kotflügel aus Kohlefaser bestellen. Damit kann man sodann auch ein Trockengewicht von lediglich 1.247 Kilogramm herausholen, was fahrfertig einer Gewichtsabnahme von knapp 100 Kilogramm zum Serien-570S darstellt. Und das trotz einer um 7,4 Zentimeter längeren Karosserie einschließlich eines längeren Frontsplitters sowie eines vergrößerten Heckdiffusors und einem feststehenden Heckflügel. Die nach oben abgehende Abgasanlage trägt ihr Übriges zu der martialischen Optik bei.

Leistungstechnisch verrät es bereits die Bezeichnung des 600LT, dass der bekannte 3,8-Liter große V8 hier 600 PS (und 620 Newtonmeter) bereitstellt. Der Sprint auf Tempo 100 soll so in 2,9 Sekunden erledigt sein, 200 Sachen liegen nach 8,2 Sekunden an. Eine (noch) schneller ansprechende Lenkung und eine abermals geschärfte Reaktion auf Brems- oder Gasbefehle des Fahrers sollen das Fahrerlebnis zudem noch einmal spürbar steigern, deutlich mehr Abtrieb durch die großen Spoiler und steifere Motorlager das Vertrauen ins Auto stärken. Von Haus aus montierte Pirelli P Zero Trofeo R runden das Gesamtpaket bis zur Straße hin ab. Bestellbar ist der McLaren 600LT je nach Verfügbarkeit für die nächsten zwölf Monate zum Grundpreis von 230.000 Euro.

Galerie

Bilder: McLaren

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