Lynk & Co hat man hierzulande sicher noch nicht oft gehört. Die Marke kommt nicht nur aus China, sie verkauft auch praktisch ausschließlich im Reich der Mitte. Dabei ist das Konzept mehr als interessant.

Die Marke gehört zu Geely und soll unterhalb von Volvo eine junge, qualitäts- und designbewusste Klientel ansprechen. Mit besonderen Infotainment-Systemen, die auf technologisch wegweisende Hard- und Softwarelösungen bauen. Dazu kommt ein Direktvertrieb über das Internet. Seinen Lynk & Co konfiguriert man sich komplett im Netz, zur Probefahrt kann man ein Auto nach Hause bestellen und dorthin wird das neue Auto dann auch gleich geliefert. Schöne neue Welt.

Dass es auch anders geht, zeigt das 03 Cyan Concept der Marke. Cyan Racing nennt sich das alte Polestar-Rennteam, das einst biederen Volvos schnelle Beine machte, bevor die Marke den Namen für ihre Edel-Elektros aufkaufte. Das tat der Mannschaft dahinter aber keinen Abbruch. Unter dem neuen Namen arbeiten die Schweden weiter an schnellen Autos – diesmal als Werkstuner für Lynk & Co.

Auf Basis der 03er Kompaktlimousine – die ihrerseits auf der CMA-Plattform von Volvo steht und sich so mit dem XC40 und dem Polestar 2 den Unterbau teilt – haben die Schweden nicht nur den WTCC-Renner für die kommende Saison entwickelt, sondern gleich dazu noch eine Straßenversion.

Wobei: Straßenversion dürfte zuviel gesagt sein. Wir glauben kaum, dass das cyanblaue Flügeltier irgendwo eine echte Straßenzulassung erhält. Nicht nur dank des gigantischen freistehenden Heckspoilers, sondern viel mehr wegen des Triebwerks unter der Motorhaube.

Auf den ersten Blick wirkt der von Volvo bekannte Zweiliter-Reihenvierzylinder brav. Doch die technischen Daten sprechen eine andere Sprache: 528 PS bei 7.800 Umdrehungen steht da. Ein unglaublicher Wert. 264 PS Literleistung und dann noch eine derartige Drehzahlfestigkeit? Wahnsinn. Und da sage noch einer Vierzylinder, sind langweilig. Besser noch: das Drehmoment. 504 Nm liegen von 4.500 bis hoch auf 7.000 Umdrehungen konstant an der Kupplung an.

Das einzige Problem: der Lynk 03 muss seine Kraft auf die Vorderräder verteilen. Natürlich kümmert sich eine echte Lamellensperre nach Kräften um schlupffreien Vortrieb, aber selbst die 285 mm breiten Semislicks auf den geschmiedeten 20-Zöllern können das Layout-Handicap nicht verbergen.

Im Ergebnis sind es nämlich nicht gerade berauschende 4,4 Sekunden, die der Cyan Lynk auf 100 km/h braucht. Bis 200 km/h sind die Traktionsprobleme dann vergessen, die Marke fällt nach zehn Sekunden. Topspeed sind 310 km/h.

Aber ob straßenzugelassen hin oder her … auch der Frontantrieb ist egal: Hauptsache die Schweden bauen wieder fette blaue Renner, die auf goldene Öhlins-Fahrwerke und feine Spoilerware vertrauen. Denn wir haben schon die alten Polestar-Modelle geliebt und würden sehr gerne auch mal den bösen Lynk fahren.

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