Er ist das Arbeitstier unter den Blaublütern. Der Erreichbarste der Unerreichbaren. Und der, der den anderen gehörig in die Suppe spuckt. Nun gibt es ihn in nackt, was die Sache nur noch besser macht. Die Rede ist vom Ford GT Liquid Carbon.

Drei Jahre ist er nun schon wieder auf dem Markt. Die Zeit vergeht schnell. Mit ihr auch die Kauflaune der Superreichen. Wenn es nicht topaktuell, oder wenigstens topexklusiv ist, dann schwindet das Interesse. Man hat sich in Detroit also Gedanken gemacht, wie man die Attraktivität des besten Pferds im Stall wieder erhöhen kann.

Nach ein paar sonderlackierten Modellen zu diversen Jubiläen und einer rennfertigen Variante für echte Clubsport-Fans geht die Ford Performance Division mit dem neuen Modelljahr in die Vollen. Es gibt ein Facelift für den GT. Nur: es ist gar kein Facelift.

Ein Facelift ohne Facelift: der Ford GT Liquid Carbon

Weil am Gesicht nichts geändert wird. Überhaupt tut sich optisch gar nichts in Sachen geänderten Teilen. Dafür fehlt die Farbe. Tatsächlich lassen sie ihren Supersportler in der vollen Kohlefaserpracht erscheinen. Sie nennen ihn den Ford GT Liquid Carbon.

Dabei wird ein besonderer Klarlack verwendet um die nackte Carbonhaut in hübscher Tiefe und sagenhaftem Glanz erstrahlen zu lassen. Doch es ist weniger die Oberfläche, die beeindruckt. Vielmehr ist es die Verarbeitungsqualität. Denn was Pagani in Handarbeit hinbekommt und sich mit vielen Millionen Euro bezahlen lässt, das schafft Ford quasi in der Großserie.

Perfekte Faserverläufe, keine Kaschierungen, stattdessen eine absolut makellose Mattenlage. Man darf wirklich beeindruckt sein, denn bei 350 Fahrzeugen jährlich ist das schon eine Aufgabe für eine große Mannschaft an echten Handwerkskünstlern.

Für die 2020er Generation des Ford GT Liquid Carbon haben sie sogar welche von außerhalb engagiert. Von Akrapovic um genau zu sein. Denn der Sound des doppelt aufgeladenen 3.5 Liter EcoBoost V6 wurde mancherorts kritisiert. Mit dem können der slowenischen Schweißkünstler dürfte dieses Problem Geschichte sein. Nebeneffekt: knapp 5 Kilo Gewichtsersparnis durch die Verwendung von Titan.

Akra für den Sound, nicht die Leistung

An der Leistungssteigerung ist die Abgasanlage allerdings offiziell nicht beteiligt. Von 656PS ging es auf 670PS hoch. Maßgeblich durch eine neue Kalibrierung des Steuergeräts. Nebenbei liegt das maximale Drehmoment von 746Nm jetzt in einem breiteren Band an, was die Fahrbarkeit und die Gesamtperformance des GT steigern soll.

Damit die volle Leistung auch dauerhafter anliegt, sorgen neu entwickelte größere Ladeluftkühler für tiefere Ansauglufttemperaturen im Grenzbereich. Überhaupt wurde die Anströmung aller Kühler verbessert. Sogar im Motor wurde zur besseren Kühlung umgebaut. Die Kolbenbodenkühlung erfolgt nun durch eine Spritzdüsengalerie und ist damit noch effektiver.

Und weil es mit diesen Änderungen im Ford GT Liquid Carbon nun noch schneller um die Rennstrecken dieser Welt gehen kann, musste auch das Fahrwerk angepasst werden. Genauer wurde die Dämpferrate im Track-Modus gestrafft, damit besonders in schnellen Wechselkurven zu großen Aufbaubewegungen entgegengewirkt werden kann.

Also: sofern man bei einem Ford GT von „Aufbaubewegungen“ sprechen kann. Aber wir verstehen was die Entwickler meinen.

Unsereins wäre allerdings sicher froh, wenn er einen dieser sündig schönen Ford GT Liquid Carbon überhaupt einmal live betrachten kann. Vom Fahrverhalten in schnellen Wechselkurven wollen wird da gar nicht reden…

Bildergalerie:

Ford GT Heritage Edition 2020

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