Bugatti Destrier: Ist das der schönste Bugatti überhaupt?

Was soll ich sagen? Ich bin verknallt! Schon den Bugatti Bolide fand ich wunderbar, nun legt das Team nach und verwandelt dieses extrem radikale Tracktool in einen um so eleganteren Straßen-Traumwagen. Sein Name: Destrier

Der Name Destrier geht auf eine besonders edle und kräftige Pferderasse zurück, die im Mittelalter von Rittern genutzt wurde. Passend dazu verzichtet Bugatti beim Fahrzeug weitgehend auf die auffälligen Aerodynamikelemente des Bolide. Keine großen Flügel und stark ausgeprägten Luftführungen bestimmen das Erscheinungsbild. Stattdessen rückt die ungewöhnliche Grundform des Rennwagens in den Vordergrund.

Mehr Hypercars:

Mit einer Höhe von lediglich rund einem Meter ist der Destrier niedriger als jedes andere aktuelle Bugatti-Modell. Gleichzeitig wachsen die Räder gegenüber dem Bolide deutlich: Vorne kommen 20-Zoll-, hinten 21-Zoll-Räder zum Einsatz. Die Kombination aus niedriger Karosserie und großen Rädern verleiht dem Einzelstück eine ungewöhnliche Präsenz.

Vom Rennwagen zur Skulptur

Technische Grundlage bleibt das Carbonfaser-Monocoque des Bolide. Bugatti interpretiert dessen extreme Proportionen allerdings neu. Besonders auffällig ist die charakteristische C-Linie der Marke, die beim Destrier nicht durchgehend ausgeführt wird. Sie unterbricht ihren Verlauf vor dem vorderen Radhaus und führt anschließend bis zum typischen hufeisenförmigen Kühlergrill weiter.

Auch die Front fällt deutlich zurückhaltender aus als beim Bolide. Der breitere Kühlergrill und die reduzierten Anbauteile verleihen dem Destrier eine ruhigere Erscheinung. Am Heck greift Bugatti unter anderem Gestaltungselemente des Chiron Profilée auf. Die markante Silhouette mit der tief liegenden Fahrgastzelle und der stark ausgeformten Karosserie über den Hinterrädern bleibt dabei erhalten.

Die Verbindung zwischen Rennsport und Designgeschichte wird durch eine lasergravierte Plakette über der Windschutzscheibe hergestellt. Sie zeigt sowohl den Type 57G „Tank“ als auch den Type 57SC Atlantic. Beide Modelle stehen exemplarisch für Bugattis historische Verbindung von Motorsport und außergewöhnlichem Karosseriebau.

Individuelle Materialien im Innenraum

Auch der Innenraum wurde komplett auf den einzelnen Auftrag zugeschnitten. Statt des konsequent auf Rennsport ausgelegten Cockpits des Bolide setzt Bugatti auf eine deutlich komfortorientiertere Gestaltung.

Leder und Nubukleder im warmen Farbton „Ambre Voyageur“ treffen auf ein dreidimensionales Strickgewebe. Feine Kupferfäden und ein kreisförmiges Muster ziehen sich durch die Kabine. Elemente mit gehämmerter Oberfläche greifen wiederum Details des Exterieurs auf. Dazu gehören unter anderem Türöffner, Lüftungsdüsen, Lenkradnabe und Einstiegsleisten.

Außen trägt der Destrier den eigens entwickelten Farbton „Sapphire Celeste“. Polierte Aluminiumdetails und abgestimmte Carbonflächen setzen Kontraste. Die Farbwahl verweist zudem auf einen historischen Type 57SC Atlantic, der ursprünglich ebenfalls in Blau lackiert war.

1.600 PS aus dem W16

Trotz der deutlich eleganteren Gestaltung bleibt die technische Basis des Bolide nahezu vollständig erhalten. Im Heck arbeitet der 8,0-Liter-W16 mit vier Turboladern, der im Destrier weiterhin 1.600 PS entwickelt.

Damit verfügt das Einzelstück über die gleiche extreme Antriebstechnik wie der Rennwagen, ohne deren kompromisslose Optik zu übernehmen. Der Destrier ist dabei auf genau ein Exemplar limitiert und bildet damit das dritte Fahrzeug des Bugatti-Programms Solitaire.

Bugatti stellt bei diesem Projekt weniger die Leistungsdaten als vielmehr Design, Materialien und handwerkliche Individualisierung in den Vordergrund. Der Destrier zeigt damit, wie weit sich ein Fahrzeug auf Basis derselben technischen Architektur gestalterisch vom ursprünglichen Rennwagen entfernen kann.

Zum Vergleich hier der Bugatti Bolide:

Darin Schnabel/RM Sothebys 2026
Darin Schnabel/RM Sothebys 2026
Darin Schnabel/RM Sothebys 2026