Volkswagen sortiert seine Elektrobaureihe neu: Der überarbeitete ID.4 soll künftig ID. Tiguan heißen. Sein Schwestermodell ID.5 verschwindet dagegen aus dem Programm. Ganz verabschiedet sich VW von der ID-Nomenklatur damit nicht. Der Zusatz soll vorerst weiterhelfen, den elektrischen Tiguan vom erfolgreichen Verbrenner zu unterscheiden.
Der Schritt passt zur neuen Namensstrategie aus Wolfsburg. Aus dem bislang als ID.2 bekannten Kleinwagen wurde der ID. Polo – nun bekommt auch der größere Elektro-Crossover einen vertrauten Namen. Für Kunden dürfte das die Orientierung erleichtern. Zugleich knüpft Volkswagen an eines seiner bekanntesten Modelle an.
Vertrauter Name, aufgefrischte Karosserie
Die Modellpflege fällt äußerlich weniger umfangreich aus, als der neue Name vermuten lässt. Der ID. Tiguan erhält eine überarbeitete Karosserie, während die technische Basis weitgehend erhalten bleibt. Auch das bisherige Fahrgefühl soll sich kaum verändert haben.
Bei den Antrieben stehen voraussichtlich mehrere Leistungsstufen zur Wahl. Die Einstiegsversion dürfte rund 140 kW (190 PS) leisten und mit einer 61-kWh-Batterie auf LFP-Basis kombiniert werden. Für die stärkeren Varianten werden 210 kW (286 PS) mit Hinterradantrieb sowie 220 kW (299 PS) mit Allradantrieb erwartet. Sie sollen einen 84-kWh-Akku mit NMC-Zellen nutzen.
Die genannten Daten sind bislang Prognosen. Auch bei den Ladeleistungen gibt es noch keine abschließenden Angaben. Die Basisversion könnte laut den bisherigen Erwartungen mit maximal etwa 105 kW laden. Für die größeren Batterien werden ebenfalls keine Spitzenwerte erwartet, die den ID. Tiguan an die Spitze des Wettbewerbs bringen würden.
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Reichweite und Laden bleiben entscheidend
Je nach Akku und Motorisierung könnte die Reichweite zwischen etwa 480 und 630 Kilometern liegen. Für viele Käufer dürfte aber nicht allein die Reichweite zählen: Auch die Ladezeit auf längeren Strecken ist wichtig. Bei einem neuen Elektroauto für das Modelljahr 2027 könnte eine vergleichsweise niedrige Ladeleistung zum Kritikpunkt werden – zumal einige Wettbewerber an Schnellladesäulen deutlich höhere Werte erreichen.
Als weitere Grenze wird eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h genannt. Für den Alltag dürfte das ausreichen, doch leistungsstärkere Versionen könnten später mehr bieten. Denkbar wäre eine sportliche GTI-Variante, die den bisherigen ID.5 GTX ersetzt. Nach dem Vorbild anderer sportlicher VW-Modelle könnte sie mindestens 250 kW (340 PS) leisten. Auch eine noch stärkere R-Version mit mehr als 400 PS gilt als mögliche Ergänzung. Bestätigt sind diese Varianten bislang nicht.
Innenraum soll deutlich gewinnen
Bei ID.4 und ID.5 gehörte das Design des Innenraums zu den häufig kritisierten Punkten. Auf der ersten kurzen Fahrt mit dem getarnten ID. Tiguan zeigte sich das Cockpit dagegen spürbar aufgewertet. Die digitalen Instrumente orientieren sich offenbar am neuen ID. Polo und erinnern an die Anzeigen des Golf nach dessen erster Modellpflege.
Der ID. Tiguan soll außerdem mehr Komfort und eine hochwertigere Ausstattung bieten. Im Gespräch sind ein großes Zentraldisplay und ein zusätzlicher Bildschirm auf der Beifahrerseite, wie ihn auch das Schwestermodell Audi Q4 e-tron bietet. Damit könnte Volkswagen auf Kritik an der bisherigen Bedienung und Anmutung reagieren.
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Bekannte Fahreigenschaften, neuer Auftritt
Am Steuer hinterließ der Prototyp einen vertrauten Eindruck. Der Antrieb spricht spontan an, die Lenkung wirkt direkt, das Fahrwerk straff und im Innenraum bleibt es angenehm leise. Die Fahreigenschaften zählen bereits bei ID.4 und ID.5 zu den Stärken – Volkswagen scheint sie bei der Überarbeitung beibehalten zu haben.
Der Name Tiguan bringt allerdings große Erwartungen mit sich. Seit dem Start der Baureihe 2007 wurden laut Vorlage mehr als 8,3 Millionen Exemplare verkauft. Damit zählt der Tiguan zu den erfolgreichsten Volkswagen-Modellen weltweit. Der elektrische Ableger muss sich künftig an diesem Erbe messen lassen.
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Marktstart ab Anfang 2027 geplant
Der ID. Tiguan soll ab Anfang 2027 erhältlich sein. Von den bisherigen Modellen ID.4 und ID.5 wurden zusammen bereits mehr als 900.000 Fahrzeuge verkauft. Mit dem neuen Namen und dem überarbeiteten Innenraum will Volkswagen offenbar an diesen Erfolg anknüpfen.
Die elektrischen Modelle für Europa sollen im VW-Werk Emden gebaut werden. Der Tiguan mit Verbrennungsmotor bleibt dagegen in Wolfsburg in Produktion. Damit setzt Volkswagen beim Modellnamen auf mehr Nähe zwischen Elektro- und Verbrennerversion, hält sie aber weiterhin durch den Zusatz „ID.“ auseinander.



















