Audi A2 e-tron: Comeback mit 326 PS für 38.200 Euro!

Audi holt den A2 zurück. Rund zwei Jahrzehnte nach dem Ende des ungewöhnlichen Kleinwagens soll die Baureihe als rein elektrisches Kompaktmodell neu starten. Mit seinem Vorgänger teilt der neue A2 e-tron allerdings vor allem den Namen und einige gestalterische Anleihen. Unter der Karosserie steckt weitgehend bekannte Konzerntechnik aus dem VW ID.3 Neo.

Geplant sind vier Leistungsstufen, drei Batteriegrößen und Reichweiten von bis zu 646 Kilometern. Der Einstiegspreis liegt bei 38.200 Euro. Bestellungen sollen ab dem 10. September möglich sein, die Markteinführung ist für Dezember vorgesehen.

Ein großer Name trifft auf bekannte Technik

Der ursprüngliche Audi A2 war eines der ungewöhnlichsten Autos seiner Zeit. Seine Karosserie basierte auf einem Aluminium-Spaceframe, die aerodynamisch optimierte Form reduzierte den Luftwiderstand und besonders sparsame Dieselvarianten erreichten bemerkenswert niedrige Verbrauchswerte. Wirtschaftlich war das Modell zwar kein großer Erfolg, bei Technikfans genießt es heute jedoch Kultstatus.

An diese technische Eigenständigkeit knüpft die Neuauflage nur bedingt an. Der elektrische A2 übernimmt Plattform, Antriebstechnik, Batterien und Achsen von der jüngsten Entwicklungsstufe des VW ID.3 Neo. Damit rückt er technisch auch in die Nähe des Cupra Born. Entwicklung und Produktion sollen dennoch in Ingolstadt stattfinden.

Audi nutzt somit eine im Konzern bereits vorhandene technische Basis und versucht, sie durch ein eigenständiges Design, hochwertigere Materialien und eine markentypische Abstimmung aufzuwerten. Aus dem neuen A2 wird dadurch weniger ein kompromissloses Innovationsprojekt als vielmehr die Audi-Interpretation eines bekannten Elektroautos.

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4,32 Meter lang und optisch an den Vorgänger angelehnt

Mit einer Länge von 4,32 Metern ist der neue A2 e-tron deutlich größer als sein Namensgeber und eindeutig in der Kompaktklasse positioniert. Einzelne Elemente erinnern dennoch an das ursprüngliche Modell. Dazu gehören die vergleichsweise hohe Karosserie, die klar gezeichnete Seitenlinie und das aerodynamisch auslaufende Heck.

Wie gut diese Verbindung aus Retro-Anleihen und aktueller Audi-Formensprache funktioniert, dürfte Geschmackssache bleiben. Schon der erste A2 polarisierte mit seinen schmalen Proportionen, der großen Aufbauhöhe und der teilweise sehr dünnen Eco-Bereifung.

Inzwischen müssen besonders sparsame Autos allerdings nicht mehr zwangsläufig wie demonstrative Ökomodelle aussehen. Fahrzeuge wie der erste Toyota Prius, der BMW i3 oder eben der ursprüngliche Audi A2 trugen ihre Effizienz noch deutlich nach außen. Heute erwarten viele Käufer auch von einem verbrauchsoptimierten Elektroauto ein konventionelleres und dynamischeres Erscheinungsbild.

Aufwendige Detailarbeit für einen cW-Wert von 0,24

Um den Luftwiderstand zu reduzieren, hat Audi zahlreiche kleinere aerodynamische Maßnahmen miteinander kombiniert. Am Vorderwagen kommen ein speziell geformter Bugspoiler und sogenannte Air Curtains zum Einsatz. Diese führen die Luft gezielter an den Vorderrädern vorbei und sollen Verwirbelungen in den Radhäusern reduzieren.

Zusätzliche Abdichtungen schließen verschiedene Fugen im Bereich der Karosserie. Konturierte Radspoiler und Verkleidungen an Fahrwerksteilen beruhigen die Strömung unterhalb des Fahrzeugs. Am Heck leiten definierte Abrisskanten die Luft zu einem größeren Diffusor, der ebenfalls über eine eigene Aerodynamikkante verfügt.

Hinzu kommen ein Dachspoiler und weitere Luftleitelemente an den C-Säulen. In der Summe erreicht der Audi A2 e-tron einen Luftwiderstandsbeiwert von 0,24. Das ist für einen relativ hohen Kompaktwagen ein ordentlicher Wert, setzt im heutigen Wettbewerbsumfeld jedoch keinen neuen Maßstab.

Innenraum soll sich deutlicher vom ID.3 absetzen

Im Innenraum versucht Audi, den Abstand zu seinen technischen Konzernbrüdern sicht- und fühlbar zu machen. Das Cockpit orientiert sich an der aktuellen Formensprache jüngerer Audi-Modelle. Textile Einsätze in den Türen, sorgfältiger ausgewählte Oberflächen und hochwertiger wirkende Verkleidungen sollen dem A2 e-tron einen eigenständigeren Charakter verleihen.

Ganz verbergen lässt sich die Verwandtschaft mit VW ID.3 und Cupra Born allerdings nicht. Das gilt insbesondere für die grundlegende Architektur und verschiedene Bedienelemente. Audi kombiniert das bekannte Infotainmentsystem des Konzerns jedoch mit einer aufwendiger gestalteten Benutzeroberfläche.

Der Radstand von 2,77 Metern schafft großzügige Platzverhältnisse. Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe sollen Erwachsene ausreichend Bewegungsfreiheit finden. Hinter der Rückbank stehen 396 Liter Gepäckraum bereit. Werden die hinteren Lehnen umgelegt, wächst das Ladevolumen auf maximal 1.336 Liter.

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Vier Leistungsstufen, aber kein Allradantrieb

Das Antriebsangebot beginnt bei 125 kW beziehungsweise 170 PS. Diese Basisversion erhält eine 52 kWh große Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Audi gibt dafür eine Reichweite von rund 420 Kilometern an.

Darüber positioniert sich ein Hecktriebler mit 140 kW beziehungsweise 190 PS und 350 Nm Drehmoment. In Kombination mit einem 61-kWh-Akku soll diese Variante bis zu 515 Kilometer ohne Ladestopp zurücklegen. Der angegebene Verbrauch von 12,8 kWh je 100 Kilometer fällt für ein Elektroauto dieser Größe vergleichsweise niedrig aus.

Beide Einstiegsmodelle werden elektronisch auf 160 km/h begrenzt. Auch die stärkere Version mit 170 kW beziehungsweise 231 PS überschreitet diese Marke nicht. Sie verwendet allerdings eine 84 kWh große NMC-Batterie und erreicht laut Hersteller bis zu 646 Kilometer. Damit bietet sie die größte Reichweite innerhalb der Baureihe.

Das Spitzenmodell leistet 240 kW beziehungsweise 326 PS und darf bis zu 200 km/h schnell fahren. Einen Allradantrieb bietet Audi jedoch selbst für die stärkste Variante nicht an. Sämtliche Ausführungen des A2 e-tron bleiben Hecktriebler. Wer ein elektrisches Audi-Modell mit quattro-Antrieb sucht, muss mindestens zum größeren Q4 e-tron greifen.

Ladeleistung bleibt hinter der Spitze zurück

Bei der Schnellladeleistung zeigt sich, dass der A2 e-tron auf einer weiterentwickelten, aber nicht grundlegend neuen Konzernarchitektur basiert. Die Basisversion mit 52-kWh-Batterie erreicht maximal 100 kW. Beim Modell mit 61-kWh-Akku steigt die Ladeleistung geringfügig auf 105 kW.

Deutlich schneller laden die beiden Varianten mit der großen 84-kWh-Batterie. An einer geeigneten Gleichstromsäule sollen sie maximal 183 kW aufnehmen können. Damit erreicht der A2 e-tron zwar ein alltagstaugliches Niveau, bleibt aber hinter den Ladeleistungen moderner Elektroautos mit 800-Volt-Technik zurück.

Gerade bei einem Fahrzeug, das in der reichweitenstärksten Ausführung auch für längere Reisen gedacht ist, hätte eine höhere Ladeleistung besser zum technologischen Anspruch des Namens A2 gepasst.

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Einstiegspreis von 38.200 Euro

Audi verlangt für den A2 e-tron mit 125 kW starkem Heckmotor und 52-kWh-Batterie mindestens 38.200 Euro. Damit positioniert sich das Modell oberhalb seiner technischen Verwandten von Volkswagen und Cupra, bleibt aber unterhalb des Q4 e-tron.

Wie viel die Versionen mit 140, 170 und 240 kW kosten werden, ist bislang nicht bekannt. Auch die Preise möglicher Ausstattungspakete und Sonderausstattungen stehen noch aus.

Der Bestellstart ist für den 10. September geplant. Im Dezember sollen die ersten Fahrzeuge auf den Markt kommen.

Der neue Audi A2 e-tron bringt damit zwar einen großen Namen zurück, interpretiert dessen ursprüngliche Idee aber völlig neu. Statt eines kostspieligen technischen Alleingangs setzt Audi dieses Mal auf eine bewährte Konzernplattform. Eigenständigkeit sollen vor allem Design, Innenraum und Markenpositionierung schaffen. Ob das ausreicht, um den besonderen Ruf des ersten A2 auf seine elektrische Neuauflage zu übertragen, muss sich noch zeigen.