Noch existiert er lediglich in der Gerüchteküche. Doch die Vorstellung eines BMW 1M auf Basis der Neuen Klasse hat durchaus ihren Reiz. Schließlich arbeitet BMW mit Hochdruck daran, seine elektrische Modellpalette auszubauen – und irgendwann dürfte sich die Frage stellen, wie weit sich das Konzept auch nach unten in die M-Welt übertragen lässt.
Wir wollten jedenfalls nicht warten, bis München irgendwann erste Erlkönige auf die Straße schickt. Also durfte unser Grafik-Hexer schon einmal überlegen, wie ein elektrischer 1M aussehen könnte. Als Zutaten dienten aktuelle BMW-Modelle, die Designsprache der Neuen Klasse und natürlich eine ordentliche Portion Inspiration vom kommenden M3.
Das Resultat können wir uns ziemlich gut in einer zukünftigen BMW-M-Palette vorstellen. Natürlich ist das Ganze momentan nicht mehr als eine Interpretation. Niemand außerhalb der entsprechenden Entwicklungsabteilungen weiß, wie ein möglicher Power-1er tatsächlich aussehen würde. Ein paar Anhaltspunkte gibt es aber durchaus.
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Ein bisschen M3, nur eine Nummer kleiner
Vor allem das BMW M3 Concept Neue Klasse liefert reichlich Stoff für Spekulationen. Überträgt man dessen breiten Auftritt, die markanten Schürzen und die neue M-Designsprache auf einen deutlich kompakteren Fünftürer, könnte das Ergebnis durchaus in diese Richtung gehen.
Breitere Kotflügel, große Räder, ein tief liegender Aufbau und ein aggressiveres Gesicht wären für einen solchen 1M praktisch Pflicht. Schließlich müsste sich das Auto schon auf den ersten Blick deutlich von einem normalen elektrischen 1er unterscheiden.
Bei der Technik wird die Sache noch spekulativer. Sollte BMW tatsächlich einen neuen 1M entwickeln, spricht allerdings einiges dafür, dass dieser rein elektrisch unterwegs wäre. Für Freunde des alten Reihensechszylinders wäre das vermutlich eine gewöhnungsbedürftige Vorstellung. Langweilig müsste das Ergebnis deshalb aber noch lange nicht werden.
500 PS im elektrischen 1M?
Also spielen wir ein wenig Wunschkonfigurator. Rund 500 PS oder vielleicht sogar etwas mehr erscheinen für ein solches Modell keineswegs völlig abwegig. Dazu Allradantrieb, der bei Bedarf einen besonders heckbetonten Fahrmodus ermöglicht (oder den vorderen Antrieb komplett deaktiviert), und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h irgendwo knapp oberhalb der Drei-Sekunden-Marke.
Damit würde ein elektrischer 1M den bisherigen Verbrenner-Modellen zumindest bei den nackten Fahrleistungen ziemlich deutlich davonfahren.
Die größere Herausforderung liegt ohnehin woanders. Brutale Längsdynamik ist bei leistungsstarken Elektroautos längst keine Besonderheit mehr. Ein BMW M muss jedoch mehr können, als seine Passagiere beim Ampelstart in die Sitze zu drücken.
Entscheidend wären deshalb Fahrwerk, Lenkung, Bremsen und vor allem die Abstimmung der Antriebsmomentregelung. Genau hier könnte die Technik der kommenden elektrischen M-Modelle interessant werden. Ein kleineres und im Idealfall leichteres Fahrzeug könnte davon besonders profitieren.
Nordschleife statt nur Ampelsprint
Denn wenn BMW tatsächlich ein M auf Basis eines zukünftigen i1 baut, müsste das Auto auch nach mehreren schnellen Kurven noch Spaß machen. Ein echter 1M sollte sich schließlich nicht nur auf der Autobahn oder beim Standardsprint beweisen.
Hockenheimring, Bilster Berg oder Nordschleife müssten genauso zum Einsatzgebiet gehören. Ein leistungsfähiges Thermomanagement für Akku und Antrieb wäre deshalb ebenso wichtig wie eine standfeste Bremsanlage und ein Fahrwerk, das mit dem zwangsläufig höheren Gewicht eines Elektroautos umgehen kann.
Beim Thema Emotion bleibt natürlich der fehlende Verbrennersound. Einen Reihensechszylinder wird man aus einem elektrischen 1M kaum herauszaubern können. BMW arbeitet für seine kommenden elektrischen M-Modelle allerdings an eigenen Soundlösungen. Wie weit die Münchner dabei gehen werden, dürfte spätestens beim elektrischen M3 deutlich werden.
Vor 2029 dürfte kaum etwas passieren
Allzu bald sollte man allerdings nicht mit einem solchen Elektro-Hot-Hatch rechnen. Sollte BMW das Projekt tatsächlich umsetzen, erscheint eine Premiere vor 2029 eher unwahrscheinlich.
Zunächst wären ohnehin die normalen Varianten eines kompakten Neue-Klasse-Modells an der Reihe. Ein elektrischer BMW i1 könnte dabei die Basis schaffen, auf der später leistungsstärkere Ableger aufbauen.
Und vielleicht braucht es anfangs gar keinen ausgewachsenen 1M. Ein hypothetischer BMW i1 30 mit rund 350 PS könnte bereits ein ausgesprochen unterhaltsames Paket ergeben – insbesondere dann, wenn BMW Gewicht und Abmessungen im Zaum hält.
Ein echter 1M würde anschließend noch eine ordentliche Schippe drauflegen. 500 PS, Allrad, kompromissloseres Fahrwerk und die Technik der großen elektrischen M-Modelle in einem kompakten Fünftürer? Das hätte definitiv seinen Reiz.
Ob BMW diesen Schritt tatsächlich geht, wissen wir bislang nicht. Aber wenn die Münchner schon dabei sind, die M-Welt für das Elektrozeitalter neu zu erfinden, wäre ein kleiner, ziemlich wilder BMW 1M electric eigentlich nur konsequent.
Was meint ihr: Braucht die Welt einen elektrischen BMW 1M – und wie viel Leistung müsste er haben? Schreibt es uns in die Kommentare.





