Der HK500 ist wahrscheinlich der berühmteste aller Facel Vega. Seine Bekanntheit verdankt er allerdings einem Fehler: Der französische Schriftsteller Albert Camus starb 1960 nicht in einem HK500, sondern in dessen Vorgänger, dem FV3B.

Es war ein Montag, der 4. Januar 1960. Michel Gallimard, der Neffe des berühmten Verlegers, und seine Familie hatten noch gemeinsam mit Schriftsteller und Nobelpreisträger Albert Camus gespeist, Blutwurst, heißt es, eine Flasche Burgunder, im «L’Hotel de Paris et de la Poste» in Sens.

Die Tragödie nach dem Abendessen

Dann geht es weiter, es soll leicht geregnet haben, doch Gallimard, ein Liebhaber schneller Autos und ein routinierter Pilot, soll trotzdem mit etwa 150 km/h durch die lange Allee der RN6 in der Nähe von Villebin geschossen sein. Um 5 nach 2 trifft der Wagen quasi ungebremst auf einen dieser Bäume, prallt ab, wird von einem zweiten Baum auseinandergerissen.

Janine Gallimard und ihre Tochter Anne, die hinten gesessen hatten, sich den Raum noch mit Hund Floc teilen mussten, überlebten unverletzt. Der Fahrer stirbt sechs Tage nach dem Unfall an einer Gehirnblutung. Sein Beifahrer Albert Camus ist sofort tot. Floc, übrigens, wurde nie wieder gesehen; Camus, übrigens, hatte das Rückfahrbillet für den Zug nach Paris in seiner Tasche. Denn eigentlich mochte er keine Autos, auch wenn er seinen Citroën Pénélope getauft hatte. Das komplett zerstörte Fahrzeug ist nicht ein Facel Vega HK500, wie oft zu lesen ist, sondern ein FV3B (Chassis-Nummer 58-228).

355 Ami-V8 PS im Facel Vega HK500

Solche Fehler können vorkommen. Die zwischen 1954 und 1964 gebauten Facel unterscheiden sich teilweise wirklich nur in geringen Details, auch die Bezeichnungen sind etwas verwirrlich. Dieser HK500 wurde kürzlich von RM Sotheby’s in Arizona nicht verkauft, der aufgerufene Preis war zu hoch. Dabei handelt es sich bei diesem Fahrzeug mit dem 355 PS starken 6-Liter-Chrysler-V8, der seine Kraft über eine 3-Gang-Torqueflite an die Hinterräder abgibt, um etwas vom Besten, was man Anfang der 60er Jahre für (viel) Geld kaufen konnte. Sehr liebevoll verarbeitet, wunderbare Details – und schneller als zeitgenössische Ferrari. Die ganze (traurige) Geschichte der französischen Luxus-Marke Facel Vega ist nachzulesen auf www.radical-mag.com.

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