Es ist ein offenes Geheimnis: der chinesische Markt liebt lange Radstände. Weil man sich gerne chauffieren lässt im fernen Osten. Entsprechend gibt es ab der Mittelklasse aufwärts praktisch alle Autos auch mit fettem Fond. Mit dem neuen DS9 kommt so ein Verlängerter endlich auch nach Europa.

Der neue DS-wer? DS9. Vielleicht auch DS 9. Auf jeden Fall ein neuer aus dem feinsten PSA-Stall DS Automobiles mit einer sehr hohen Zahl im Namen. Also: das Luxusmodell der Luxusmarke. Und sicherlich auch der neue Dienstwagen des französischen Präsidenten.

Was kann der DS9?

Bei einer Länge von 4.93m spielt der DS9 wirklich in der Oberklasse und übertrifft alle seine technischen Brüder der EMP2-Plattform deutlich. Besonders der Radstand ist mit 2.90m bemerkenswert lang. Zum Vergleich: der Peugeot 508 bringt es auf 2.79m. Das Zusatzmaß kommt allein den Fondpassagieren zu Gute.

Die dürfen es sich dann auch gleich in der DS Lounge gemütlich machen. So nennt zumindest der Hersteller den Fond des DS9. Mit beheiz- wie belüftbaren Sitzen, die zudem über eine Massagefunktion verfügen soll der Aufenthalt während der Fahrt so angenehm wie möglich gestaltet werden.

Auch der Materialmix passt. Aufwändig vernähtes Nappaleder auf den Sitzen, handschmeichelndes Alcantara am Dachhimmel, dazu Dekorelemente aus Kristallglas und Perlenstickereien. Der Innenraum des DS9 ist wirklich beeindruckend.

Hochwertigste Materialien gepaart mit cleverer Technik

Zudem soll eine besondere Geräuschkulisse für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Neben einer besonders steifen und extra gedämmten Karosseriestruktur sorgen doppelte Verbundglasscheiben für Ruhe. Ein Focal High-End Lautsprechersystem kümmert sich um guten Ton über 14 Kanäle.

Doch auch der DS9 wäre seines Namen nicht würdig, wenn nicht auch das Fahrwerk besonderem Komfort verpflichtet wäre. Zwar ist die Hydropneumatik von einst Geschichte, doch mit der DS Active Scan Suspension liefern die Franzosen ein System, das ebenfalls als Referenz gelten kann.

Eine Kamera erkennt Schlaglöcher und Unebenheiten vor dem Fahrzeug und stellt jeden Dämpfer individuell darauf ein. Dazu kommt eine Rücksprache mit Neigungs- und Beschleunigungssensoren, um den DS9 optimal über die Verwerfungen schweben zu lassen.

Schweben wie der Präsident: E-Tense DS9

Auch der Antrieb sorgt für ein erhabenes Gefühl. Denn er ist – zumindest in der Stadt – in weiten Teilen ruhig. Möglich ist das durch den teilelektrischen EMP2-Baukasten. Wie auch der 508 Hybrid oder etwa der Opel Grandland X Hybrid4, sorgt im DS9 ein Hybrid-Antrieb für Vorwärtskommen.

E-Tense nennen sie es bei DS Automobiles und setzen dabei auf 225PS-Systemleistung. Angetrieben wird zum Markstart nur die Vorderachse. Dabei splittet sich die Motorsystemleistung auf 180PS des 1.6 Liter Vierzylinders und 110PS der E-Maschine. Das Gesamtdrehmoment liegt bei maximal 360Nm. Gespeist wird das E-Tense-System des DS9 aus einem 11.9kWh fassenden Akku, der zwischen 40 und 50 Kilometer Reichweite ermöglichen soll. Elektrisch reicht es zu 135km/h.

Im weiteren Verlauf wird DS seinen 9er auch mit einem 225PS starken reinen Verbrenner anbieten, mit einem 250PS starken Hybridsystem mit höherer Reichweite, sowie mit einem „Sport-Hybrid“, der neben zwei Elektromotoren und Allradantrieb auch über 360PS Leistung verfügen soll.

Premiere feiert der DS9 auf dem Genfer Salon, dort ist DS Automobiles als einzige Marke des PSA-Konzerns vor Ort. Preise wurden noch keine genannt.

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