Du stehst gerade nicht zufällig vor deinem Kontoauszug und überlegst, ob für einen Lamborghini noch Luft drin wäre? Dann mal ehrlich zu dir selbst: Der Revuelto SV wartet sowieso nicht auf dich. Nur 1.963 Stück baut Sant’Agata von diesem Ding und die Warteliste dürfte größer sein als deine Angst vor der Probefahrt-Anfrage.
Worum geht’s? Um den bislang schärfsten Revuelto, den es gibt. Freisauger-V12, 6,5 Liter, 607 kW respektive 825 PS ganz allein, dazu drei E-Motoren, die nochmal 37 kW / 50 PS draufpacken. Macht 783 kW / 1.065 PS Systemleistung und 1.425 Nm Drehmoment – Zahlen, bei denen selbst hartgesottene Boliden-Fans kurz schlucken müssen. Der Sauger schraubt sich bis zur Marke von 9.500 Umdrehungen hoch, und ja, das hört man jedem Meter an.
Sprint-Werte für alle, die es genau wissen wollen: 0 auf 100 in 2,4 Sekunden, 0 auf 200 in 6,7 Sekunden, Ende erst jenseits von 345 km/h. Ab dafür!
Das eigentlich Irre steckt aber nicht mal in den nackten Zahlen. Statt der braven MagneRide-Elektronik gibt’s im SV rein mechanische Dämpfer, die sich in vier Stufen justieren lassen, ganz nach GT3-Rezept – von Hand eingestellt, kein Softwaretrick. Dazu 80 Prozent mehr Abtrieb, ein fetter fester Heckflügel, ein neuer Frontsplitter und Bremsen mit 420 respektive 410 Millimetern Durchmesser, die aus Tempo 200 nach nur 110 Metern stehen. Das ist kein Komfort-Update, das ist ein Tracktool mit Kennzeichen.
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Trotz Carbon-Türen, Rennschalen und leichteren Felgen bleibt der SV bei genau 1.772 Kilo Trockengewicht – exakt so schwer wie der normale Revuelto. Klingt komisch, ergibt aber Sinn: Die ganze Leichtbauarbeit gleicht nur aus, was Batterie und Bremsanlage an zusätzlichem Gewicht mitbringen. Dafür sinkt das Leistungsgewicht auf 1,66 Kilo pro PS, und auf der Hausstrecke in Hockenheim steht am Ende eine Rundenzeit von 1:41,6 Minuten.
Gegen die ganz große Konkurrenz – Ferrari 849 Testarossa, Ferrari F80, McLaren W1 – zieht der Revuelto SV bei den reinen Beschleunigungswerten den Kürzeren, das muss man so sagen. Aber keiner dieser Rivalen bietet dir einen bis 9.500 Touren frei drehenden Zwölfzylinder plus elektrisches Allrad-Torque-Vectoring in einer Kombination. Genau das macht dieses Monster so besonders.
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Zum Preis schweigt Lamborghini bislang – wäre ja auch fast schade, wenn man bei diesem Auto nicht wenigstens beim Betrag noch träumen dürfte. Realistisch gesehen wird sowieso kaum einer von uns die Chance bekommen, eines der 1.963 Exemplare zu ergattern. Schade eigentlich, oder? Umso mehr Grund, wenigstens beim Sound noch einmal ganz genau hinzuhören, bevor der letzte freiatmende Zwölfzylinder-Bulle endgültig zur Legende wird.
Galerie: Lamborghini Revuelto SV in allen Details












