Der aktuelle BMW 5er ist bekanntlich über jeden Zweifel erhaben. Doch in der oberen Mittelklasse tobt der Kampf um die Dienstwagenfahrer. Um dafür weiterhin gut gewappnet zu sein, haben die Bayern erst kürzlich das Diesel Einstiegsmodell elektrifiziert. Und das sogar noch vor dem für Mitte 2020 erwarteten Facelift von Baureihe G30. Was das 48 Volt Bordnetz bringt, zeigt eine Fahrt im BMW 520d xDrive Touring MHEV.

Wenn man sich in den bequemen und trotzdem genügend Seitenhalt bietenden Sessel des 520d reingleiten lässt, ist es plötzlich da, dieses typische BMW Gefühl. Denn neben perfekter Ergonomie, voll digitalem 12,3″ BMW Live Cockpit und neuester Generation iDrive überraschen in der Mittelkonsole zwei Reihen mit guten alte Drucktasten. Gefühlt scheinen sich diese seit dem E39 nicht mehr geändert zu haben. Und das ist gut so, denn sie unterstreichen die Wertigkeit im Cockpit und ganz ehrlich: es muss nicht immer alles getoucht und geswipet werden.

Drücken muss man auch den Starterknopf und nur dann hört man das leichte Nageln des Vierzylinder Dieselmotors. Doch auch in diesem BMW ist ein Leben ohne Sechszylinder Reihenmotor möglich und es ist ein gutes dazu. Der 2.0l Turbodiesel liefert nicht nur völlig ausreichende 190 PS (140 kw), sondern auch bärige 400 Nm ab 1.750 Umdrehungen. Und jetzt bekommt der kräftige Ölmotor ab Start auch noch 11 PS (8 kw) Unterstützung von einem Riemengenerator.

Diese Form der Hybridisierung lässt den 5er nicht nur einen Wimpernschlag besser beschleunigen (7,5 statt 7,9 Sekunden auf 100 km/h), sondern den Normverbrauch um bis zu 0,3 Liter auf 4,9 Liter sinken. Obwohl die 48 Volt Technologie das Leergewicht um 32 kg auf knapp 1,9 Tonnen treibt, fühlt man sich niemals untermotorisiert. Es kommt sogar die bekannte „Freude am Fahren“ auf. Grund dafür ist nicht nur ein adaptives Fahrwerk, das in keiner Stufe übertrieben straff abgestimmt wirkt, sondern auch eine optionale Hinterachslenkung.

Doch noch besser kann man mit dem Touring voll bepackt (Kofferraumvolumen 570l bzw. 1.700l mit umgeklappter Rückbank) Kilometer fressen. Auf unserer Testrunde haben wir nur 6,2 Liter verbraucht und würden mit dem 66 Liter Tank somit locker 1.000 km weit kommen. Ein hervorragender Begleiter ist dabei das 8-Gang Automatikgetriebe, dass in jeder Situation souverän den richtigen Gang findet.

Die siebte Generation des BMW 5er überzeugt mit der neuen Einstiegsmotorisierung also gerade wegen der Hybridisierung. Dabei erfreut nicht der geringere Verbrauch, sondern der Komfortgewinn durch den Startergenerator. Der 520d verstummt nämlich beim Bremsen unter 15 km/h und zündet den Motor erst, wenn der Touring wieder in Fahrt ist. Das Anfahren erfolgt nämlich mit der Kraft der 18 Ah Batterie rein elektrisch und das entspannt ungemein.

Natürlich ist der Einstieg in die obere Mittelklasse auch bei den Bayern nicht günstig. Der getestete BMW 520d Touring kostet mit Allradantrieb (xDrive) und der Ausstattungslinie „Sport Line“ bereits 59.250 Euro. Mit adaptiven LED Scheinwerfern, 18“ Alufelgen, Mediterranblau Metallic und vielen weiteren Extras stehen am Ende über 84.929 EUR auf dem Kaufvertrag. Doch man hat dann eben auch das gute Gefühl, der erste zu sein, der den neuen Mildhybrid Motor an Bord hat. Denn zukünftig wird dieser MHEV Diesel sicherlich in vielen weiteren weissblauen Baureihen angeboten werden.

Technische Daten:

Modell: BMW 520d xDrive Touring Sport Line MHEV
Motor: Vierzylinder-Reihenmotor Diesel, 1‘995ccm
Leistung: 190PS (140kW)
Drehmoment: 400Nm
Antrieb: Allradantrieb, 8-Gang-Automatikgetriebe
Verbrauch kombiniert (NEFZ): 4,9l/100km
Testverbrauch: 6,2l/100km
Beschleunigung (0 – 100 Km/h): 7,5s
Höchstgeschwindigkeit: 222km/h
Abmessungen (L/B/H): 4,94m / 1,87m / 1,50m
Gewicht: 1‘880kg
Grundpreis: 59.250 Euro
Testwagenpreis: 84.929 Euro

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